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Bermuda-Dreieck

Wirt: «Die Polizei muss noch präventiver eingreifen»

21. Juni 2021, 16:02 Uhr
Das Bermuda-Dreieck in St.Gallen sorgt für Gesprächsstoff: Die vielen Partygäste bringen den Wirten nicht nur Umsatz sondern auch Ärger. Deshalb fordern einige von ihnen, dass die Polizei auch dem Partyvolk Auflagen erteilt.
In der Engelgasse trifft man sich. (Archivbild von 2020)
© Ralph Ribi/St.Galler Tagblatt/Archivbild

Hochbetrieb herrschte auch am vergangenen Wochenende wieder in der St.Galler Partymeile. Die Polizei zieht jedoch eine positive Bilanz: «Die Massnahmen scheinen zu wirken», sagt Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen (FM1Today berichtete).

Leute veranstalten eigene Strassenparty

Besser als am Wochenende davor sei es gewesen, sagt auch Hampi Nater, Inhaber des Hotels Weisses Kreuz. Trotzdem bemängelt er das Vorgehen der Stadtpolizei. «Es kommen Dutzende, wenn nicht hunderte Leute mit ihren eigenen Musikboxen und Getränken und machen Party auf der Strasse. Die Polizei greift kaum präventiv ein.»

Dass wieder Betrieb in der St.Galler Partymeile herrscht, freut den Wirten grundsätzlich. Er betreibt selbst nicht nur das Hotel Weisses Kreuz, sondern auch noch eine Bar. Das Problem von Nater: «Wir müssen um 1 Uhr schliessen. Die Leute feiern aber weiter auf der Strasse bis früh morgens.» Das sei besonders für seine Hotelgäste ärgerlich, welche sich bewusst seien, dass bis 1 Uhr nachts «Ramba-Zamba» ist. Aktuell sei es aber lärmig bis morgens um fünf.

Mehr als nur Kübel und Plakate

Deshalb ist Nater der Meinung, dass die Polizei nicht nur den Wirten Auflagen machen darf, sondern auch dem Partyvolk. «Meine Forderung ist, dass die Polizei präventiv schaut, dass die Leute nicht mit eigenen Musikboxen und Getränken Party auf der Strasse machen.»

Bereits in der Vorwoche äusserte sich auch der Inhaber der August-Bar, Martin Tinner, gegenüber FM1Today zu den getroffenen Massnahmen der Polizei: «Es ging schon ein wenig lange, bis überhaupt etwas geschehen ist und nun gibt es nur einige Plakate und Kübel, für die wir selbst bezahlen müssen. Ich hätte mir schon etwas mehr Unterstützung gewünscht.» Der Grossteil des Abfalls in der Engel- und Augustinergasse stamme nämlich nicht aus den Gastronomiebetrieben, sondern werde von den Festfreudigen selbst mitgebracht.

Hoffnung auf Cluböffnung und Hagel

Die Wirtinnen und Wirte sind sich aber einig: Es sei lässig, dass wieder etwas läuft. Unter anderem hat Hampi Nater die Hoffnung, dass die Clubs bald wieder öffnen. «Dann hoffe ich, dass die Leute sich nach Mitternacht wieder dort und nicht im Bermuda-Dreieck aufhalten.» Er kann aber auch nicht ausschliessen, dass die Situation so bleibt. Den Humor will Nater nicht verlieren und sagt: «Ich hoffe, dass es an denn nächsten Wochenenden nach Mitternacht jeweils zu hageln beginnt.»

(lae)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 21. Juni 2021 18:21
aktualisiert: 21. Juni 2021 16:02