Ortsname

Wisen fehlt das «E»: Einwohner kämpfen mit Petition für den Buchstaben

16. Oktober 2022, 20:07 Uhr
Der Buchstabe «E» beschäftigt Mosnang, genauer gesagt: den Weiler Wisen. Die Bewohner beharren auf der klassischen Schreibweise mit «ie». Offiziell heisst der Ortsteil jedoch schon seit Jahren anders. Erst jetzt wurden jedoch die Ortstafeln ersetzt – und die neuen, «e»-losen Tafeln gefallen den Wiselern gar nicht. Sie haben eine Petition lanciert.

Quelle: TVO

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Weil Autofahrer an einer Kreuzung oft falsch abgebogen sind, hat die Gemeinde Mosnang einen neuen Wegweiser montiert. Darauf zu lesen ist «Wisen», die offizielle Bezeichnung des Mosnanger Weilers. Den Wiselern oder eben Wieselern passt das gar nicht. Denn da fehlt nach dem «I» ein «E». Die Vereine im Weiler, wie beispielsweise der Fussballclub oder der Schützenverein, tragen den zusätzlichen Buchstaben mit Stolz im Namen.

Der Name Wisen ist für Heinz Güntensperger ein No-Go. «Hier hinten ist niemand damit einverstanden, dass man Wiesen ohne e schreibt», sagt Güntensperger gegenüber TVO. Aus diesem Grund hat er, nachdem sämtliche Wegweiser angepasst wurden, eine Petition lanciert. Innert 14 Tagen kamen 230 Unterschriften zusammen. Und nicht nur die Einwohnerinnen und Einwohner selbst stören sich an der Schreibweise, sondern auch die Leute in den Weilern im Umkreis. Auch sie sehen sich als Wieseler mit «ie».

«E» fehlt schon seit gut 60 Jahren

Offiziell wird Wisen seit den 1960er-Jahren ohne «ie» geschrieben. Die stolzen «Wieseler» haben das bisher aber höchstens auf amtlichen Dokumenten gesehen. Die Wegweiser waren aus ihrer Sicht immer richtig angeschrieben.

Gemeinde unterstützt Anliegen

Doch warum gab es diese Diskrepanz? Der Mosnanger Gemeindepräsident Renato Truninger vermutet dahinter gegenüber TVO einen Kompromiss der jeweiligen Gemeindebehörden, dass die Schilder so lange nicht angepasst wurden. Doch er betont klar: «Vielleicht ist es gut, dass es so weit gekommen ist. Jetzt kann man das klären.» Der Gemeinderat unterstütze das Anliegen.

Die Petition ist nun eingereicht. Wie es weitergeht, ist aber noch unklar. Der nächste Schritt dürfte der Kontakt mit dem kantonalen Vermessungsamt sein. Truninger sagt dazu: «Es liegt nun an uns, der Verwaltung, dass wir in den nächsten Wochen klären, wer in welcher Form was beschliessen darf.»

Die alten Verkehrsschilder dürften also noch nicht weggeworfen werden. Denn vielleicht heisst der Weiler ja bald wirklich offiziell wieder Wiesen.

(red.)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 16. Oktober 2022 20:47
aktualisiert: 16. Oktober 2022 20:47