Kanton St.Gallen

Wolf reisst einjähriges Rind im Calfeisental

8. August 2022, 18:51 Uhr
Das erste Mal hat ein Wolf im Kanton St.Gallen ein Rind getötet. Der Riss ereignete sich Anfang August auf der Alp Brändlisberg im Calfeisental. Abgeschossen werden darf der Wolf aber nicht. Dazu fehlen die rechtlichen Voraussetzungen.

Quelle: TVO

Es ist zwar nicht der erste Wolfsangriff auf ein Rind im Kanton St.Gallen, aber der erste mit einem tödlichen Ende: In der Nacht vom 4. auf den 5. August 2022 wurde in der Gemeinde Pfäfers auf dem Brändlisberg im Calfeisental oberhalb St.Martin ein einjähriges Rind aus einer Jungviehherde von einem oder mehreren Wölfen gerissen. Das teilt der Kanton St.Gallen mit.

Die Alp liegt im eidgenössischen Jagdbanngebiet «Graue Hörner». Am Freitagmorgen machten sich rund 30 Gänsegeier am Kadaver zu schaffen. Der herbeigerufene Wildhüter bestätigte anhand der Bissspuren den Wolfsriss und konnte zudem frischen Wolfskot und Haare für die genetische Untersuchung sicherstellen. Das Tier und seine Herkunft sollen jetzt eruiert werden.

Nicht der erste Angriff

Bereits im August 2021 wurde eine Kuh von Wölfen im St.Galler Murgtal angegriffen. Diese Kuh hatte jedoch überlebt. Dieses Jahr bestätigte die kantonale Wildhut 16 Schafe und 15 Ziegen, die von Wölfen gerissen wurden − allesamt auf ungeschützten Herden. Die Risse erfolgten im Obertoggenburg, im Linthgebiet, im Werdenberg und im südlichen Sarganserland. 

Abschuss nicht erlaubt

Gemäss Kanton ist es das erste Mal, dass im Kanton St.Gallen Wölfe ein Stück Grossvieh töten. Die rechtlichen Voraussetzungen für einen Abschuss sind aber nicht erfüllt. Dazu müssen entweder mindestens zehn Schafe oder Ziegen innerhalb von vier Monaten aus einer geschützten Herde oder mindestens zwei Stück Grossvieh durch einen einzelnen Wolf gerissen werden. Abschüsse in Jagdbanngebieten sind zudem nicht zulässig.

(mle)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 8. August 2022 12:48
aktualisiert: 8. August 2022 18:51
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