Flums

Wolf reisst trotz Elektrozaun 19 Schafe auf Flumser Alp

31. Juli 2020, 11:08 Uhr
19 Schafe hat der Wolf innerhalb einer Woche gerissen
© pd
Auf der Alp Fursch in der Gemeinde Flums hat ein Wolf seit anfangs dieser Woche 19 Schafe gerissen. Mit Hilfe des St.Galler Wildhüters wurden Massnahmen ergriffen, damit weitere Nutztiere in der Region vor Angriffen geschützt werden.

Der kantonale Wildhüter wurde diese Woche wegen mehrerer toter Schafe auf die Alp Fursch im Gemeindegebiet von Flums gerufen. Seit vergangenem Montag hat dort ein Wolf insgesamt 19 Schafe gerissen. Ein Hirt am Mittwoch acht tote Tiere entdeckt, worauf bei einer erweiterten Suche elf weitere Kadaver gefunden wurden.

19 von insgesamt 700 Schafen gerissen

Wie der Kanton St.Gallen mitteilt, befanden sich die Schafe auf einer mit einem elektrischen Zaun geschützten Weide mit einer steilen Felskante als natürliche Grenze für die Tiere. Die kantonale Fachstelle für Herdenschutz informierte die Nutztierhalter im Sarganserland umgehend per SMS und traf vor Ort geeignete Vorkehrungen zum Schutz der restlichen Nutztiere.

Diese werden ab sofort über Nacht in kleineren und höher gelegenen Zäunen untergebracht und vermehrt vom Schafhalter kontrolliert. Bei den gerissenen Tieren handelt es sich um 19 von insgesamt 700, die auf der Alp Fursch sind.

DNS-Probe wird zeigen, ob mehrere Wölfe am Werk waren

Laut Arno Puorger, Fachmitarbeiter des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei, sind die 19 gerissenen Schafe innerhalb weniger Tage eine grosse Zahl für nur einen Wolf: «Es ist gut möglich, dass bei den gerissenen Schafen zwei Wölfe beteiligt gewesen sind.» Um dies herauszufinden, wurden vom Wildhüter Speichelprobeln für DNS-Analysen gesichert.

Seit vergangenem Jahr konnten im Gebiet wiederholt ein männlicher und ein weiblicher Wolf beobachtet werden. Bislang wurde kein Nachwuchs gesichtet, weshalb Experten noch nicht von einem Rudel sprechen.

Wölfe im Vormarsch

Im Kanton St. Gallen werden regelmässig Wölfe gesichtet, besonders im Sarganserland, aber auch im Toggenburg und zuletzt mehrmals am Säntis im Gebiet der Schwägalp. Arno Puorger rechnet damit, dass sich der Wolf in der Region weiter ausbreiten wird. Grundsätzlich stelle dies keine Gefahr dar. Der Wolf gehöre zur einheimischen Artenvielfalt, sagte Puorger kürzlich in einem Interview.

Schweizweit wird die Zahl der Wölfe auf etwa 80 geschätzt. 2012 bildete sich im Calandagebiet in Graubünden das erste Rudel. Seither breiteten sich die Tiere weiter aus. Heute gehen Fachleute von mindestens neun Wolfsrudeln in der Schweiz aus.

(chf/sda)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 31. Juli 2020 09:15
aktualisiert: 31. Juli 2020 11:08