Unfall vor Wittenbach

Zustand zweier Insassen weiter kritisch – Polizei sieht Strecke nicht als Unfallschwerpunkt

7. Juni 2022, 17:28 Uhr
Am Sonntagmorgen verunfallte zwischen Wittenbach und Bernhardzell ein VW mit fünf Insassen. Nach dem Horror-Unfall kämpfen zwei junge Männer noch immer im Spital um ihr Leben. Anwohner fordern derweil eine Temporeduktion auf der betroffenen Strecke. Die Polizei sieht aber keinen Handlungsbedarf.
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: tvo

Es sind schreckliche Bilder: In der Nähe von Wittenbach kracht ein VW seitwärts gegen zwei parkierte Autos. Die fünf Männer im Innern des Unfallautos, allesamt im Alter zwischen 20 und 23, werden schwer verletzt. Zwei davon kämpfen im Spital um ihr Leben. Den jungen Männern wurde die Kurve nach der Leebrücke auf dem Weg von Wittenbach nach Waldkirch zum Verhängnis. Sie kommen von der Fahrbahn ab und verunglücken.

Männer mussten aus dem Auto befreit werden

Warum der Fahrer des Autos die Kontrolle verloren hatte, ist noch nicht klar. Die Ermittlungen der Kantonspolizei St.Gallen laufen. Die Nachbarn erzählen, zwei junge Frauen seien dem VW entgegengekommen und hätten die Einsatzkräfte gerufen. Diese rückten mit einem Grossaufgebot an. «Die fünf Insassen mussten durch die Rettungskräfte aus dem Fahrzeug befreit werden», sagt Pascal Häderli, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Die Rega brachte die fünf Männer ins Spital.

Laut Polizei kein Unfallschwerpunkt

Besonders gefährlich sei die Unfallstelle nicht, wie die Kantonspolizei St.Gallen gegenüber dem «St.Galler Tagblatt» sagt. An besagtem Strassenabschnitt haben sich seit Anfang 2019 drei weitere Unfälle ereignet: zwei Selbstunfälle und eine Frontalkollision. In dieser Zeit wurden vier Personen verletzt – den Unfall vom Sonntagmorgen ausgenommen. «Die Kantonspolizei St.Gallen erachtet die Strecke nicht als Unfallschwerpunkt», sagt Mediensprecher Pascal Häderli.

Der Schock ist gross

Anwohner wurden vom schweren Unfall teils aus dem Schlaf gerissen, erzählt Hans Steiner, der ungefähr 100 Meter vom Unfallort entfernt wohnt: «Wir haben in der Nacht stets das Fenster einen Spalt offen. Plötzlich hörte ich ein Pfeifen der Pneus und einen wahnsinnigen Knall.» Am Sonntagnachmittag ist das Unfallfahrzeug weg. Der Schock bei den Anwohnern bleibt: «Ich bin so erschrocken. In meinem Leben habe ich noch nie einen solchen Unfall gesehen. Ich bin wirklich schockiert», sagt Adnan Ajdari. Er ist Inhaber der Swiss Auto Click GmbH und ihm gehören die Autos, in die das Auto gerast war.

Anwohner fordern Senkung des Tempolimits

Deswegen fordern Ajdari, Steiner und weitere Anwohner, dass das Tempolimit auf der Strecke von 70 auf 50 gesenkt werden müsse. «In letzter Zeit passieren hier viele Unfälle. Wir wären froh, wenn das die Polizei auch einsehen würde», sagt Branko Rastegorac, ehemaliger Wirt der «Dancing Oase», die sich direkt beim Unfallort befindet. «Nach der Brücke ist es hier fast schon wie eine Raserstrecke.»

Ob Massnahmen wie etwa eine Prüfung des zulässigen Tempolimits eingeleitet werden, sei laut Kantonspolizei noch unklar. Es gelte sicher zunächst den Unfallhergang im vorliegenden Fall zu untersuchen, so Häderli: «Natürlich kann aber die Strassensituation aufgrund allfälliger Unfallerkenntnisse neu analysiert werden.»

Drei der beteiligten Personen konnten inzwischen von der Polizei befragt werden, darunter auch eine der beiden lebensbedrohlich verletzten. Nach aktuellem Kenntnisstand der Kantonspolizei sei der Gesundheitszustand aller am Unfall Beteiligten unverändert.

(saz/mlb)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 5. Juni 2022 20:02
aktualisiert: 7. Juni 2022 17:28
Anzeige