Thundorf

Streit um Windpark – Kanton schmettert alle Beschwerden ab

12.01.2023, 17:54 Uhr
· Online seit 12.01.2023, 14:40 Uhr
Der Streit um den Windpark in Thundorf bei Frauenfeld im Kanton Thurgau geht in eine weitere Runde. Der Kanton weist sämtliche Beschwerden, die gegen das umstrittene Projekt eingegangen sind, zurück.
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Fünf Aufsichtsbschwerden gegen die Gemeinde Thunrdorf wegen der geplanten Windräder waren beim Kanton hängig. Wie dieser nun mitteilt, lehnt die zuständigen kantonalen Departemente sämtliche Beschwerden ab oder treten nicht darauf ein.

Zu nah, zu laut, zu hässlich

Auf dem Gebiet der Gemeinde Thundorf wollen die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich acht Windkraftanlagen bauen. Damit könnten rund 18'000 Thurgauer Haushalte versorgt werden, schreibt der Kanton Thurgau.

Gegen das Projekt gingen aber Anwohner, Vereine und auch die Gemeinde Amlikon-Bissegg, die vom Bau ebenfalls tangiert wäre, auf die Hinterbeine. Zu nah an Wohnhäusern kämen die Windräder zu stehen, die Landschaft würde verschandelt oder die Natur wäre durch Lärm gestört, so die Hauptargumente der Gegner des Projektes. Die Befürworter erhoffen sich mehr grüne Energie für die Region.

Kanton: Gemeinde macht alles richtig

Mit den Aufsichtsbeschwerden wollten die Gegner eine Abstimmung in Thundorf erzwingen. Die Bevölkerung müsse zunächst über das Baureglement abstimmen, bevor die Windräder gebaut werden könnten, so die Überzeugung.

Die Gemeinde Thundrof wollte die Abstimmung allerdings nicht wie gefordert 2022 durchführen sondern erst im Frühling 2023. Darauf regierten die Projektgegner mit den Beschwerden. Die Gemeinde bewege sie sich aber innerhalb ihrer Kompetenzen und es gebe keine Hinweise auf Verfahrensmängel, findet nun der Kanton. In seinen Entscheiden hält er fest, dass eine Aufsichtsbeschwerde zudem nur zulässig wäre, wenn kein ordentliches Rechtsmittel möglich ist. Daher werden die Beschwerden abgelehnt.

Derzeit liegt das Projekt ohnehin auf Eis. Der Thundorfer Gemeinderat hat sich im Dezember entschieden einen Marschhalt einzulegen, bis die Abstimmung durch ist.

Froh auf der einen Seite, Ärger auf der anderen

Die Gemeinde Thundorf sieht sich nun bestätigt. Der Gemeinderat sei froh, dass der Kanton nicht auf die Beschwerden eingegangen ist.

Für den Gemeinderat von Amlikon-Bissegg kommt der Entscheid des Kantons nicht unterwartet. Man wolle sich aber trotzdem weiter gegen den Entscheid wehren, sagt der zuständige Gemeinderat gegenüber der Thurgauer Zeitung sagt. Eine Kampfansage kommt auch vom Verein «Demokratische Windenergie Amlikon-Bissegg», der ebenfalls eine Beschwerde eingereicht hatte. Dass diese abgeschmettert wurde sei ärgerlich und man sei damit nicht zufrieden. Der Verein prüfe nun die nächsten Schritte.

(mas)

veröffentlicht: 12. Januar 2023 14:40
aktualisiert: 12. Januar 2023 17:54
Quelle: FM1Today

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