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«Absolut unwinterlich»

Temperaturrekorde zum Jahreswechsel in St.Gallen und Chur möglich

Christoph Thurnherr, 29. Dezember 2021, 07:56 Uhr
Das Wetter spielt vor Silvester noch einmal verrückt. Die Schneefallgrenze steigt auf mehr als 2000 Meter, die Temperaturen immerhin auf eine zweistellige Zahl. Vereinzelt sind sogar Temperaturrekorde zum Jahreswechsel möglich.
Sonnebanden wie hier in Amden dürfte um den Jahreswechsel drinliegen.
© keystone

«Die Temperaturen sind jetzt schon zu mild für die Jahreszeit, aber das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht», sagt Klaus Marquardt von Meteonews gegenüber FM1Today. Denn auf den Jahreswechsel hin klettert das Thermometer vielerorts sogar in den zweistelligen Bereich.

Vor den frühlingshaften Temperaturen gibt es aber noch eine Menge Niederschlag. «Der negative Höhenpunkt der Woche ist der Mittwoch. Dann erreicht uns eine Front mit warmer und feuchter Luft», sagt Marquardt. Am Morgen bleibe es noch längere Zeit trocken, danach werde es aber richtig «schütten».

Lawinengefahr und Bachpegel steigen

Weil die Schneefallgrenze durch die erhöhten Temperaturen auf mehr als 2000 Meter ansteigt, hat das Auswirkungen auf den Schnee, der bereits liegt. «Der Schnee wird durchnässt, die Lawinengefahr steigt an. Eine prekäre Sache», sagt Marquardt, auch weil die Bachpegel durch Schnee- und Schmelzwasser steigen.

Von grösseren Überschwemmungen geht er nicht aus, Hangrutschungen seien aber möglich.  Die akute Lawinengefahr werde sich bereits am Wochenende wieder beruhigen, aufgrund der weiterhin hohen Temperaturen sei dennoch Vorsicht geboten.

Rekorde in Reichweite

Auf den Jahreswechsel hin zeigt sich das Wetter dann nochmal von der besten Seite. Bereits die Nacht vom Donnerstag auf den Freitag dürfte sternenklar werden. «Am Silvestertag gibt es am Bodensee zuerst noch Nebelschwaden, doch höchstens bis auf 700 Meter. Im Laufe des Tages dürfte sich der Nebel auflösen», sagt der Wetterexperte.

Von den Nebelfeldern einmal abgesehen, bietet Silvester strahlenden Sonnenschein mit milden Temperaturen zwischen 8 und 12 Grad. In höheren Lagen liegt noch mehr drin. «Absolut unwinterlich», sagt Marquardt zu diesen Zahlen.

An manchen Orten könnten sogar die Rekorde der wärmsten Jahreswechsel fallen – zum Beispiel in St.Gallen. Im Jahr 1981 wurden hier ganze 14.3 Grad gemessen. Meteonews nennt unter anderem Chur (12.8), Davos (7.8) und Samedan (8.8) als weitere Kandidaten.

Und auch der Start ins neue Jahr präsentiert sich freundlich.

Hochdruckwetter am Neujahrs- und Berchtoldstag

An den ersten beiden Tagen im neuen Jahr muss man nur darauf achten, lokalen Nebel zu meiden. Denn Abgesehen davon bietet der Jahreswechsel warmes Frühlingswetter, die Nullgradgrenze bewegt sich zwischen 3400 und 3800 Metern. Am Berchtoldstag schleichen sich einige Wolken ein und kündigen einen erneuten Wetterumschwung an. Die Temperaturen gehen langsam zurück, bevor uns am dritten Januar eine Störung erreicht.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 29. Dezember 2021 07:56
aktualisiert: 29. Dezember 2021 07:56