Thurgau lockert das Frühfranzösisch

Marc Sieger, 20. Februar 2018, 16:00 Uhr
Kein zittern mehr vor der Französischnote - künftig zählt diese beim Übertritt in die Sekundarschule nicht mehr.
Kein zittern mehr vor der Französischnote - künftig zählt diese beim Übertritt in die Sekundarschule nicht mehr.
© Benjamin Manser/Tagblatt
Die Thurgauer Regierung passt den Französischunterricht in der Primarschule an. Dies nachdem im Sommer der Grosse Rat des Kantons Thurgau die Abschaffung des Frühfranzösisch nur knapp abgelehnt hatte. Unter anderem zählen künftig die Noten aus dem Französisch beim Übertritt in die Sekundarschule nicht mehr.

Im vergangenen Sommer sorgte das Frühfranzösisch im Thurgauer Grossen Rat für hitzige Diskussionen. Der Rat wollte das Frühfranzösisch abschaffen, die Regierung stellte sich dagegen. In zweiter Lesung entschied sich der grosse Rat doch noch für das Frühfranzösisch, erteilte der Regierung jedoch den Auftrag, Verbesserungen für den Unterricht in der Primarschule auszuarbeiten. Nun hat der Regierungsrat vier Massnahmen beschlossen, wie das Amt für Volksschule des Kantons Thurgau mitteilt.

Schüler können sich einfacher dispensieren lassen

Künftig zählen die Noten aus dem Frühfranzösisch und dem Frühenglisch nicht mehr beim Übertritt in die Sekundarschule. Weiter können sich Primarschüler einfacher vom Französischunterricht dispensieren lassen. Neu kann die Schulleitung in Absprache mit Lehrern und Eltern über die Dispensation entscheiden, ohne die Schulaufsicht einbeziehen zu müssen. Eine weitere Änderung betrifft die Klassengrösse. So wird der Französischunterricht in Halbklassen im ganzen Kanton eingeführt. Die Schulen können selber entscheiden, ob sie pro Jahrgang eine oder zwei Lektionen in Halbklassen abhalten. Schliesslich wird auf kommenden Sommer hin ein neues Französischlehrmittel für Primar- und Sekundarstufe eingeführt.

«Können Druck von den Schülern nehmen»

Beat Brüllmann, Chef des Amt für Volksschule des Kantons Thurgau ist von den Verbesserungen überzeugt. «Wir haben einen Rahmen geschaffen, so dass die Schulen ihren Unterricht so ausrichten können, dass er für sie stimmt. Auch können wir etwas Druck von den Schülern nehmen und sie nicht noch zusätzlich mit dem Französischunterricht überfordern».

Die Änderungen beim Französischunterricht greifen ab dem Schuljahr 2018/2019.

(red)

 

Marc Sieger
veröffentlicht: 20. Februar 2018 15:58
aktualisiert: 20. Februar 2018 16:00