Steckborn

«Schlimm ist es, wenn es mehrere Nächte hintereinander gefriert»

4. April 2022, 07:46 Uhr
Nach dem Schnee in den letzten Tagen hat sich der Himmel über der Schweiz zu Beginn der Nacht aufgeklart. Die Temperaturen sanken bis 4 Uhr vielerorts unter null Grad. Die Obstbauern im Thurgau waren in der Nacht beschäftigt, die Blüten ihrer Obstbäume zu schützen. Zum Beispiel Hansi Dürst in Steckborn.
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Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Die Aprikosenbäume im Thurgau stehen derzeit in Vollblüte, entsprechend haben Obstbauer Hansi Dürst uns seine Frau in der heutigen Frostnacht Vorkehrungen getroffen. Immerhin, die Nacht wurde nicht so kalt, wie die Wetterdienste gewarnt hatten. «Mit Feuer sollten wir es gut schaffen, die Temperatur zwischen den Bäumen um ein Grad zu erhöhen», sagt Dürst, der morgens um 2 Uhr ein Interview in der zwei Hektaren grossen Aprikosenplantage gibt.

Finnenkerzen und Holzschnitzelfeuer zwischen den Bäumen

Seit Mitternacht sind die beiden in ihrer Plantage und überwachen die brennenden Finnenkerzen und Holzschnitzelfeuer. In den letzten Jahren hatte die Dürsts immer wieder mit Frostnächten im Frühling zu kämpfen. «Schlimm ist es, wenn es mehrere Nächte hintereinander gefriert.»

Doch auch wenn das Paar in den Nächten arbeiten muss, die Aprikosen werden deshalb nicht teurer. «Wir haben seit 20 Jahren die gleichen Preise und das soll auch so bleiben.»

Während der ganzen Nacht ist Dürst mit seiner Frau regelmässig unterwegs und füllen die Holzschnitzel nach. Noch ist April und es kann noch vieles passieren: «Weitere Frostnächte oder Hagel, eine Frucht hat man erst, wenn sie im Körbli liegt.»

Im Mittelland gab es nur leichten Bodenfrost, zwischen 0 und -3 Grad. In exponierten Lagen wie im Jura, im Wallis und im Engadin fiel das Thermometer unter -10 Grad, wie der Wetterkarte von Meteonews zeigt.

Das Wetter wird wieder frühlingshafter

Durch den Tag kann es dann vereinzelt nochmals Schneeflocken geben. In den kommenden Tagen sieht es gemäss SRF Meteo jedoch nach einer milderen Phase aus. Entsprechend dürfte sich die Situation der Obstbauern in der Schweiz entspannen.

Der späte Schneefall ist dabei nicht ungewöhnlich. So schneite es laut SRF Meteo zum Beispiel in Lugano am 14. April 1962. In Genf fielen am 22. April 1986 noch Flocken vom Himmel. Und Arosa verzeichnet gar am 25. Juli 1977 noch eine weisse Pracht.

(agm/red./BRKNews)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 4. April 2022 06:14
aktualisiert: 4. April 2022 07:46
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