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Weinfelden

30 Schachtdeckel entfernt: «Das ist kein Lausbubenstreich mehr»

9. Januar 2020, 13:03 Uhr
Jeweils in der Nacht sind die Übeltäter am Werk: In Weinfelden sind innerhalb von zwei Monaten über 30 Deckel von Schächten entfernt worden. Die Stadt ermittelt, ein Sturz in einen Schacht könnte tödlich enden.
In Weinfelden werden über Nacht Deckel von Schächten entfernt.
© pd

Ein gefährlicher Lausbubenstreich: In Weinfelden betreiben Unbekannte einen besonderen «Sport». Sie entfernen Deckel von Meteorschächten und werfen diese anschliessend in den Schacht hinein. 30 Fälle innerhalb von zwei Monaten sind der Stadt bekannt. Verletzt wurde glücklicherweise noch niemand.

«Wir wurden von der Polizei oder Passanten über offene Schächte informiert, vereinzelte haben auch unsere Mitarbeiter selber entdeckt. Es kam auf dem ganzen Stadtgebiet vor», sagt Martin Schneeberger, Leiter des Werkhofs Weinfelden, gegenüber der Thurgauer Zeitung. Wegen der Häufung haben die Mitarbeiter des Werkhofs das Amt für Sicherheit informiert. Dieses wird dem nun nachgehen, Anzeige wurde aber noch keine erstattet.

Nächtliche Kontrollfahrten

Das bestätigt Michael Roth, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau, auf Anfrage von FM1Today. «Wir führen auch in der Nacht Kontrollfahrten durch. Wenn wir jemanden dabei erwischen, erfolgt eine Anzeige an die Staats- oder Jugendanwaltschaft», sagt Roth.

Die Anzahl der entfernten Schachtdeckel in diesem Zeitraum sei aussergewöhnlich, vereinzelt gebe es Fälle über den Kanton verteilt.

Tödliche Verletzungen möglich

«Das ist kein Lausbubenstreich mehr, es kann zu ernsthaften Verletzungen kommen, wenn jemand in einen offenen Schacht stürzt - die Schächte können mehrere Meter tief sein. Das kann zu Brüchen und im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen», sagt Roth.

Die Personen, welche die Schachtdeckel entfernen, würden sich keine Gedanken über die Konsequenzen für die Mitmenschen und sich selbst machen, so der Polizeisprecher. 

(str/red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 9. Januar 2020 07:56
aktualisiert: 9. Januar 2020 13:03