Unheilbar krank

37'000 Franken Spenden für Kleinkind Robin

Rahel Röthlin, 25. Dezember 2019, 08:12 Uhr
Robin ist eineinhalbjährig und leidet am «Charge-Syndrom». Eine unheilbare Krankheit.
© zVg
Der kleine Robin leidet am seltenen Charge-Syndrom. Weil seine Eltern finanziell an ihre Grenzen kommen, starteten sie letzten Sommer ein Crowdfunding. Mehr als 37'000 Franken sind bis jetzt zusammengekommen. Die Dankbarkeit der Eltern ist riesig.

Er ist schon eineinhalb Jahre alt, doch hat er noch nie ein Wort gesprochen. Auch alleine gehen kann er nicht. Der kleine Robin aus dem thurgauischen Dettighofen hat einen Gendefekt und ist deshalb schwer krank. Die meiste Zeit seines Lebens hat er im Spital verbracht. Jetzt schenkt das erfolgreiche Crowdfunding der Familie Sprenger neue Hoffnung.

Solidaritätswelle überrollt Familie

Knapp 330 Personen haben innerhalb von etwas mehr als einem halben Jahr gut 37'000 Franken gespendet. Die Mutter von Robin, Cherise Sprenger, kann es immer noch kaum glauben. «Es ist der Wahnsinn. Wir hätten nie damit gerechnet, dass so viele fremde Leute uns einfach unterstützen. Es ist unglaublich schön.» Doch trotz den Spenden lebt die dreiköpfige Familie weiterhin von der Hand in den Mund.

Gleich nach der Geburt musste Robin in ein künstliches Koma versetzt werden.
© zVg

Ein Grossteil der gespendeten 37'000 Franken sei bereits wieder aufgebraucht. Familie Sprenger zahlte damit die Reparatur ihres Autos, welches für die unzähligen Krankenhausbesuche unerlässlich ist. Sie zahlten damit dringende Rechnungen, die mit nur einem Einkommen schwer zu bezahlen sind. Und das Wichtigste: Cherise Sprenger kann sich zu Hause 24 Stunden um den kleinen Robin kümmern.

Dem Tode nah

Doch die Krankheit von Robin kennt keine Verschnaufpause. Vor einem Monat hat Robin starke Hustenanfälle bekommen. Er lief blau an. Wegen einer Infektion der Atemwege bekam er zuwenig Luft. Eine direkte Folge des Charge-Syndroms: Robin leidet unter anderem an zu engen Atemwegen. «Es war ein Schock. Obwohl wir schon öfters mit der Rega fliegen mussten – es wird nie zur Routine.» Wegen des kritischen Zustandes musste die Rega den Buben ins Zürcher Kinderspital fliegen. Dort konnte man Robin ausser Lebensgefahr bringen.

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Quelle: FM1Today/ zVg

Kämpfernatur

Doch heute hat Robin einen guten Tag, erzählt die Mutter im Interview. Er sei quicklebendig, düse sitzend im «Lauflernwägeli» herum und sei fröhlich. «Es ist mega schön, ihn so erleben zu dürfen», sagt die Mutter. Doch immer wieder gibt es Momente, in denen Cherise Sprenger vor lauter Erschöpfung alles hinschmeissen möchte. «Manchmal hoffe ich, dass die Krankheit nur ein böser Traum ist.» Trotzdem gibt die Familie Sprenger nicht auf. Sie kämpft weiter. Jeden Tag.

Die Spendenaktion auf der Internetplattform «gofundme» geht weiter. Das im Sommer gesteckte Ziel von 50'000 Franken versuchen die Eltern weiterhin zu erreichen.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 25. Dezember 2019 08:01
aktualisiert: 25. Dezember 2019 08:12