Acht Jahre Haft für sieben Jahre Quälerei

Fabienne Engbers, 12. November 2016, 11:01 Uhr
Das Gericht verurteilte den Mann zu acht Jahren Haft und einer ambulanten Therapie
Das Gericht verurteilte den Mann zu acht Jahren Haft und einer ambulanten Therapie
© istock
Er hat vier Frauen über Jahre hinweg geschlagen, gewürgt erniedrigt und vergewaltigt. Der 29-jährige Thurgauer muss für seine Gräueltaten acht Jahre ins Gefängnis. Das Gericht glaubte ihm nicht, dass die Frauen einen Komplott gegen ihn schmiedeten.

Während insgesamt über sieben Jahre hat der Verurteilte seine damaligen Freundinnen brutal misshandelt. Weil er ihnen gedroht hatte, ist keine der Frauen zur Polizei gegangen, bis seine Ex-Frau den Gang zur Polizei gewagt hat.

Verteidiger wirft den Frauen einen Komplott vor

Der Verurteilte und sein Verteidiger wollten dem Gericht weis machen, dass die Frauen sich zusammen getan hätten, um dem 29-Jährigen zu schaden. Eine der Klägerinnen hat auf ihrem Facebook-Profil ein Foto mit den anderen Frauen veröffentlicht und darunter «Freiheit» und «voll in die Fresse» geschrieben. Der Verteidiger meinte, die Frauen hätten gemeinsam etwas ausgeheckt, um es seinem Mandanten heimzuzahlen.

Gericht glaubte den Frauen

Das Gericht kam jedoch zum Schluss, dass der Thurgauer die Frauen tatsächlich brutal misshandelt hat. Darauf wiesen auch mehrere ärztliche Gutachten hin. Deshalb und aufgrund der Genauigkeit der Aussagen der Frauen folgte das Gericht dem Vorschlag der Staatsanwaltschaft und verurteilte den 29-Jährigen zu acht Jahren Haft und einer stationären Behandlung. Der Mann war zuvor bereits ambulant in therapeutisher Betreuung, diese hat aber offensichtlich nichts gebracht.

Fabienne Engbers
Quelle: enf
veröffentlicht: 12. November 2016 10:25
aktualisiert: 12. November 2016 11:01