Vorstoss

Ärger mit Posern: Romanshorn und Arbon fordern Hilfe von der Regierung

29. Mai 2020, 08:26 Uhr
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Quelle: tvo

Autoposer sorgen immer mehr für Empörung. Nach Rorschach im Kanton St.Gallen fordern nun auch die Thurgauer Städte Romanshorn und Arbon Hilfe von ihrer Regierung, um gegen die rücksichtslosen Autolenker vorgehen zu können.

Die Stille im Romanshorner Hafenbecken am Donnerstagmittag trügt. Immer wieder drehen hier lärmige Autoposer ihre Runden und stören abends und am Wochenende die Anwohnerinnen und Anwohner. «Das Schlimmste ist, wenn sie extra laut ihre Motoren aufheulen lassen.» Oder: «Abends herrscht hier Verkehr wie auf der Autobahn.»

Das Problem hat laut der Stadt Romanshorn in den letzten Monaten zugenommen. Bestimmte bauliche Massnahmen werden nun geprüft, wie der Einbau einer Schranke. «Auch ein Nachtfahrverbot wird ins Auge gefasst», sagt Roger Martin, Stadtpräsident von Romanshorn. Doch er befürchtet, dass dies nur zu einer Verlagerung des Problems führen würde.

Die Strassen ums Hafenbecken werden zur Rennstrecke

Zum Beispiel nach Arbon: Hier werden die Strassen entlang des Hafenbeckens zeitweilig zu regelrechten Rennstrecken. Weil den Städten Romanshorn und Arbon praktisch die Hände gebunden sind, fordern sie gemeinsam in einem Vorstoss die Thurgauer Regierung auf, das Problem in den Griff zu bekommen.

«Es würde zusätzliche Polizeikontrollen brauchen», sagt der Arboner Stadtpräsident Dominik Diezi (CVP), ausserdem wünscht er zusätzliche fixe Lärm- und Tempo-Kontrollinstallationen. «Eine sinnvolle polizeiliche Taktik wäre gefordert.» Nicht nur das, er verlangt auch eine Überprüfung der Bundesgesetze in Sachen Leasingverträge, wie er gegenüber der Thurgauer Zeitung sagt. Er geht davon aus, dass viele dieser hochmotorisierten Wagen geleast sind.

Dominik Diezi, Stadtpräsident von Arbon

© Thurgauer Zeitung

Polizei verzeigte 50 Personen während der letzten zwei Monate

Die Polizei macht bereits jetzt gezielt Jagd auf Autoposer, zumal bei ihr seit April häufiger Reklamationen deswegen eingehen. Seither wurden im Kanton Thurgau rund 50 Personen angezeigt, weil sie zu laut unterwegs waren. «Es handelt sich dabei öfters um jüngere Fahrzeuglenker mit Migrationshintergund, die ein Auto der Mittelklasse oder Oberklasse fahren», sagt Michael Roth, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau.

Diese lärmfreudigen Autofans sind nicht nur im Kanton Thurgau ein Problem, jüngst hatte auch der Rorschacher Stadtpräsident Robert Raths von sich reden gemacht, weil er gar autofreie Stunden oder Nachfahrverbote gefordert hatte.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 29. Mai 2020 08:26
aktualisiert: 29. Mai 2020 08:26