"Albanisch-Verbot" sorgt für Aufregung

Christine König, 7. Dezember 2015, 07:03 Uhr
Screenshot gazetaexpress.com
Screenshot gazetaexpress.com
In einer Thurgauer Firma soll ein Plakat hängen, dass es verbietet, albanisch miteinander zu sprechen. Das Foto des Plakats sorgt im Kosovo und in Albanien für Aufregung.

In einer Thurgauer Firma soll ein Plakat hängen, das verbietet, albanisch zu sprechen. Das Plakat zeigt neben der Albanien-Flagge einen sprechenden Kopf - durchgestrichen. Darunter die Schweizer Flagge neben einem sprechenden Kopf - nicht durchgestrichen. Die Botschaft ist eindeutig: In diesem Büro ist es offensichtlich verboten, albanisch miteinander zu sprechen. Schweizerdeutsch aber ist erlaubt.

Der Mann, der das Foto als Erster in den sozialen Medien veröffentlichte, hat 20min.ch darauf aufmerksam gemacht. Er arbeitet in besagter Firma und hat selbst albanische Wurzeln. Es sei ursprünglich "ein Scherz unter Arbeitskollegen" gewesen. Dass das Foto so einen Wirbel auslöst, ist ihm unangenehm. Das Foto kursiert nun in Online-Medien im Kosovo und in Albanien und sorgt dort für Empörung. Wenn er gewusst hätte, dass das Foto solche Reaktionen auslöse, hätte er es nie gepostet. "In unserer Firma gibt es kein Albanisch-Verbot", sagte er gegenüber 20min.ch. Er habe nicht den Eindruck erwecken wollen, Albaner würden bei seinem Arbeitgeber diskriminiert. Ausserdem bangt er nun um seinen Job.

Christine König
Quelle: red
veröffentlicht: 7. Dezember 2015 06:32
aktualisiert: 7. Dezember 2015 07:03