Frauenfeld

Anklage gegen früheren Stadtschreiber wegen Wahlfälschung

26. März 2021, 08:52 Uhr
Die Abweichungen bei den Ergebnissen waren auffällig.
© Reto Martin/St.Galler Tagblatt
Die Staatsanwaltschaft Thurgau erhebt gegen den ehemaligen Stadtschreiber von Frauenfeld Anklage wegen qualifizierter Wahlfälschung. Bei den Grossratswahlen im März 2020 kam es zu Unregelmässigkeiten, die GLP reichte Strafanzeige ein.

Was im Vorfeld vermutet worden war, ist jetzt klar: Die Staatsanwaltschaft Thurgau erhebt gegen den früheren Stadtschreiber der Stadt Frauenfeld Anklage wegen qualifizierter Wahlfälschung.

Bei den Grossratswahlen im März 2020 kam es in Frauenfeld zu Unregelmässigkeiten. Die GLP zweifelte ihr auffallend schlechtes Resultat an und intervenierte. Die Untersuchung zeigte: 100 GLP-Listen wurden unrechtmässig der SVP angerechnet. Weitere 100 unveränderte Listen der GLP verschwanden und wurden durch solche der SVP ersetzt.

Der Grosse Rat reagierte auf die Untersuchung und korrigierte das Resultat. Ein Sitz der SVP ging an die GLP. Vier Monate nach den Wahlen wurde der Stadtschreiber freigestellt, seither gab es Gerüchte, dass diese Freistellung mit der Wahlfälschung zusammenhänge.

Die Staatsanwaltschaft beantragt eine bedingte Freiheitsstrafe von 15 Monaten und eine Busse von 3000 Franken. Der Beschuldigte, ein ehemaliger CVP-Kantonsrat, bestreitet die Vorwürfe, bis das Strafverfahren abgeschlossen ist, gilt die Unschuldsvermutung.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 26. März 2021 08:43
aktualisiert: 26. März 2021 08:52