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Bauern fordern zwei Millionen zurück

Sarah Lippuner, 23. Dezember 2018, 20:53 Uhr
Seit Jahren kämpft eine Gruppe von Thurgauer Milchbauern mit Produzentenverbänden um den Abgabebeitrag für überschüssige Milch. In einer erneuten Anklage fordern die Bauern nun zwei Millionen Franken zurück.
TVO

«Es tut weh, wenn man 0.8 Rappen Abgabe bezahlen muss, wenn der Milchpreis nur bei tiefen 0.5 Rappen liegt», sagt Milchbauer Roland Werner aus Wäldi im Interview zu TVO. «So muss man als Milchbauer bis zwei Kühe halten, nur um die Beiträge für überschüssige Milch zu finanzieren.»

Zusammen mit einer Gruppe von gut 60 Thurgauer Milchbauern wehrt er sich schon seit Jahren gegen die hohen Beiträge. Ihre Gegner sind auf mehreren Ebenen: Der Thurgauer Milchverband, der Schweizerische Milchverband und der Bund selbst sind beteiligt.

«Das ist ein Blödsinn»

«Die Beiträge für die überschüssige Milch fliessen ins Marketing der Milchverbände», sagt Roland Werner. Seiner Meinung nach «ein Blödsinn». Die Streitigkeiten der Bauern und der Verbände führten bis vors Bundesgericht. Dieses gab den Milchbauern recht. Die Situation, wer wie viel Geld eintreiben darf, bleibt jedoch unentschieden.

«Wir haben nach dem Bundesgerichtsentscheid die Verbände erneut um ein Gespräch gebeten, diese hielten es aber nicht für notwendig, die offenen Punkte genauer anzuschauen, sondern schlossen einzelne Kläger aus dem Verband.»

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Zwei Millionen Franken zurück

Als Reaktion fordern die aufständischen Bauern die Beiträge der letzten zehn Jahren zurück. Eine stattliche Summe von zwei Millionen Franken. «Da die Verbände an keinem weiteren Gespräch interessiert waren, müssen wir es nun wieder über das Gericht klären», sagt Werner.

Diesen Schritt kann Daniel Vetterli, Präsident vom Thurgauer Bauernverband nicht nachvollziehen. «Es macht mich traurig und betroffen, weil es zeigt, dass der Streit noch nicht fertig ist.» Vetterli ist seit letztem Frühling Präsident. «Ich bin für Frieden und nicht für Streit angetreten», sagt er. Die Rückforderung kann er nicht verstehen, da es sich um ordentliche Beiträge handelt.

Kein Friede in Sicht

Daniel Vetterli will mit den Bauern nochmals das Gespräch suchen und hofft auf eine aussergerichtliche Lösung. Werner würde eine solche zwar begrüssen, er bleibt aber kritisch: «Ich glaube nicht daran, da die andere Seite nicht bereit ist, einen Vergleichsvorschlag zu machen mit Substanz.» Solange keiner nachgeben will, bleiben die Fronten verhärtet.

Sarah Lippuner
Quelle: red.
veröffentlicht: 23. Dezember 2018 20:53
aktualisiert: 23. Dezember 2018 20:53