Nach Bergung

Dampfschiff statt Piratenschiff: Hier könnte die «Säntis» stehen

10.01.2024, 07:56 Uhr
· Online seit 10.01.2024, 05:20 Uhr
Nach 90 Jahren soll die «Säntis» im März aus den Untiefen des Bodensees geborgen werden. Trotz des Interesses von verschiedenen Akteuren gilt es für den Schiffsbergeverein Romanshorn, eine selbsttragende Lösung für die Ausstellung des historischen Wracks zu finden.

Quelle: TVO/FM1Today/Philomena Koch

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Mitte März soll es endlich so weit sein: Das Raddampfschiff «Säntis» wird aus dem Bodensee gehoben. Mittels Hebesäcken soll das «technische Monument unserer Vorfahren», wie es Silvan Paganini, Präsident des Schiffsbergevereins Romanshorn bezeichnet, geborgen werden. Der Verein ist bereits seit längerer Zeit auf der Suche nach Anschlusslösungen.

«Säntis» hat auf dem Wasser ausgedient

«Die Idee ist, das Wrack der Öffentlichkeit zugänglich zu machen», sagt Paganini. Eine Anschlusslösung auf dem Land sei aus Kostengründen gegenüber einer Wasservariante zu bevorzugen. Die «Säntis» fahrtauglich zu machen, sei «absolut utopisch». Ein ähnliches Beispiel aus Neuchâtel zeigt, dass ein solches Vorhaben gerne mal 13 Millionen Franken kostet.

Quelle: TVO

Anstatt eines Piratenschiffs

Bereits im letzten Jahr berichteten Medien, dass die «Säntis» ein Plätzchen auf dem Spielplatz «Robinshorn» der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt hat. Das bestätigt auch Benno Gmür, VR-Präsident Schweizerische Bodensee-Schifffahrt, am Montag in einem Interview mit TVO.

Paganini erklärt, dass die SBS nach der Bergung ein Jahr Zeit hat, «um sich für das Wrack zu entscheiden». Da die SBS auf der Bunkerwiese in Romanshorn bereits eine Baubewilligung für ein Piratenschiff besitzt, wäre dieser Ort «die beste Aussicht».

Oder als Kreiselkunst

Doch auch andere Städte oder Gemeinden haben, gemäss Paganini, ihr Interesse bekundet. Eine Idee sei beispielsweise, das Wrack auf einem länglichen Kreisel auszustellen. Für den Verein steht fest: «Die Anschlusslösung muss selbsttragend sein.»

«Reise ins Ungewisse»

Bis dahin ist der Schiffsbergeverein Romanshorn aber noch mit anderen Herausforderungen konfrontiert. Paganini spricht selbst wenige Monate vor der Bergungsaktion von einer «Reise ins Ungewisse». Insgesamt hat der Schiffsbergeverein Romanshorn über zwei Jahre Zeit für eine Anschlusslösung. «Das ist noch weit weg», sagt Paganini.

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(red.)

veröffentlicht: 10. Januar 2024 05:20
aktualisiert: 10. Januar 2024 07:56
Quelle: FM1Today

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