Tötungsdelikt Eschenz

Der Vater hatte die Tat angedroht – Kesb war beim Fall involviert

2. Juli 2020, 19:25 Uhr
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Quelle: tvo

Das Familiendrama von Eschenz hat seine Vorgeschichte im Kanton Schaffhausen. Die deutsche Familie lebte gemeinsam in Stein am Rhein, bis der 38-jährige Vater im Frühjahr nach Eschenz ins Thurgau zog. Der Mann war den Schaffhauser Behörden bekannt, auch die Kesb war involviert.

«Das für die Justiz zuständige Volkswirtschaftsdepartement und alle involvierten Behörden im Kanton Schaffhausen sind zutiefst betroffen über den schrecklichen Vorfall vergangenes Wochenende in Eschenz», heisst es am Donnerstag in einer Medienmitteilung des Kantons Schaffhausen. Die unmittelbare Vorgeschichte des Tötungsdelikts beginnt in diesem Kanton im Oktober 2019. Damals wandte sich die Mutter der beiden Kinder an die Stadtpolizei Stein am Rhein. Ihr Mann habe mit Suizid gedroht und wolle sich und die beiden Kinder umbringen. Dabei soll er ein Messer in der Hand gehalten haben. Der Beschuldigte wurde von der Polizei festgenommen und ins Gefängnis gebracht.

Der 38-Jährige musste für drei Tage in die psychiatrische Klinik Breitenau, wo er psychiatrisch abgeklärt wurde. «Dabei ergaben sich keine Anzeichen einer Selbst- oder Fremdgefährdung», heisst es in der Medienmitteilung. Er wurde entlassen, weil man ihn rechtlich nicht länger festhalten konnte. Anfang November 2019 stellte die Ehefrau ein Eheschutzgesuch. Die Ehepartner hätten sich nach der Gerichtsverhandlung über die Folgen des getrennten Lebens geeinigt.

«Keine Anhaltspunkte, dass Kinder gefährdet sind»

Mitte März setzte sich die Mutter mit der Kesb in Verbindung. Sie hatte einen Elternkonflikt wegen der Trennung geschildert. Für die Kesb gab es jedoch keine Anhaltspunkte, dass die Kinder durch den Vater gefährdet sein könnten. Ein klärendes Gespräch zwischen den Ehepartnern im Beisein der Kesb wäre im Juni geplant gewesen.

«Die Abklärungen des Justizdepartements haben ergeben, dass die involvierten Schaffhauser Behörden in dieser Angelegenheit zu jeder Zeit korrekt gehandelt haben», sagte Regierungsrat Ernst Landolt bei einer Medienkonferenz.

Ermittlungen laufen

Trotzdem ist es zur traurigen Tat gekommen: Am Sonntag, 28. Juni, wurde der 38-jährige Mann und seine zwei Kinder im Alter von vier und sieben Jahren tot in einer Wohnung in Eschenz aufgefunden. Der Mann tötete zuerst seine Kinder und erstach sich dann selbst.

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Quelle: BRK News/Beat Kälin

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 2. Juli 2020 16:21
aktualisiert: 2. Juli 2020 19:25