Die Kirchenglocken sind zu laut

Angela Mueller, 29. Januar 2019, 09:31 Uhr
Die Lautstärke des Glockenschlags der evangelischen Stadtkirche Kreuzlingen überschreitet die gesetzlichen Grenzwerte.
Die Lautstärke des Glockenschlags der evangelischen Stadtkirche Kreuzlingen überschreitet die gesetzlichen Grenzwerte.
© Tagblatt/Archiv
Die evangelische Stadtkirche Kreuzlingen müsste seit September 2017 in der Nacht auf den Viertelstundenschlag verzichten. Doch der Kirchenpräsident hat zurzeit andere Prioritäten – das dürfte sich rächen.

Zwischen Kreuzlingen und den evangelischen und katholischen Kirchen gibt es seit rund zwei Jahren eine Vereinbarung, den Kirchenglocken-Lärm in der Nacht zu reduzieren. Während die katholische Kirche Massnahmen ergriffen hat, läutet die reformierte Kirche noch immer den Viertelstundentakt zu laut.

Inzwischen habe die Stadt ein Gutachten erstellen lassen, schreibt die Thurgauer Zeitung. Dieses stellt fest, dass gemäss Umweltschutz der Glockenschlag tatsächlich zu laut ist. Es ist die Rede von Sanierungspflicht. Jetzt dürften nicht nur technische Eingriffe im Läutwerk reichen, sondern es stehen neu bauliche Sanierungen an. Die Stadt und die kantonale Denkmalpflege haben deshalb die Leitung der evangelischen Kirche Kreuzlingen um eine Stellungsnahme gebeten.

Bei der reformierten Kirche lässt man sich von dem Gutachten nicht beeindrucken. Zurzeit habe er andere Prioritäten, sagt Kirchenpräsident Thomas Leuch gegenüber der Thurgauer Zeitung. Man suche zuerst das Gespräch mit den Klägern. Ausserdem sei die Kirchengemeindeversammlung für die Läutordnung zuständig.

Ergreift die evangelische Kirchgemeinde nicht freiwillig Massnahmen zur Reduktion des Lärms, wird die Stadt Kreuzlingen voraussichtlich solche mit einer Verfügung anordnen müssen. Diese dürften unter Umständen teurer und umfassender sein, als jene des im September 2017 vereinbarten Kompromisses.

Angela Mueller
Quelle: red.
veröffentlicht: 29. Januar 2019 09:31
aktualisiert: 29. Januar 2019 09:31