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Regionale Entscheide

Drei neue Gemeindepräsidenten und zwei bemerkenswerte Neins

28. November 2021, 17:35 Uhr
Das FM1-Land hat drei neue Gemeindepräsidenten. Steinach sagt Nein zu einem 65 Meter hohen Hochhaus und Buchs will nichts von einer Schulerweiterung wissen. Die Entscheide aus den Gemeinden in der Übersicht.
Emil Müller, Simon Diezi und Michael Gieseck (v.l.n.r.)
© PD/Tagblatt/Thurgauer Zeitung

Auf kantonaler Ebene wurden am Sonntag im FM1-Land keine Entscheide gefällt, aber in den Gemeinden gab es einige spannende Urnengänge. Wir fassen hier die wesentlichen zusammen.

Kanton St.Gallen

Buchs sagt Nein zur Erweiterung der Schulanlage Kappeli

Schlappe für den Buchser Stadtrat: Buchs sagt Nein zur Erweiterung der Schulanlage Kappeli für 25,5 Millionen Franken. 63,7 Prozent der Stimmbevölkerung lehnen die Vorlage ab. Das ist insofern überraschend, als dass Schulprojekte an der Urne für gewöhnlich grossen Rückhalt geniessen.

Gegnerinnen und Gegner kritisierten im Vorfeld, die Schulerweiterung sei zu teuer und sprachen von einem Luxusprojekt. Die Schulpräsidentin Katrin Frick gibt sich gegenüber dem W&O denn auch selbstkritisch: «Der Stadtrat muss festhalten, nicht frühzeitig genug und zu wenig umfassend über dieses Projekt informiert zu haben.» Die Situation müsse nun analysiert werden. Zumal auch die Gegner der Vorlage den Bedarf einer Erweiterung nicht in Frage stellen.

Kein neues Hochhaus in Steinach

Die Stimmberechtigten von Steinach lehnen den vom Gemeinderat erlassenen Zonenplan und das Baureglement ab. Damit ist auch der Bau eines 65 Meter hohen Hochhauses vom Tisch. Der Bau hätte die Skyline von Steinach verändert. Das Projekt «Terra Nova» sah vor, 114 Mietwohnungen sowie öffentliche Räume (Restaurant, Mehrzwecksaal im obersten Geschoss) mit dem Hochhaus zu realisieren.

Visualisierung des geplanten Hochhauses «Terra Nova» am westlichen Dorfrand Steinachs.

© Visualisierung HRS

Das Immobilienunternehmen HRS, welche das Hochhaus plante, will nun auf dem ehemaligen Sauerer-Areal mittelfristig ein anderes Projekt entwickelt. Ein Hochhaus werde sicher kein Thema mehr sein.

Ja zu Renovations- und Innovationsprojekt Hof zu Wil

Die Wilerinnen und Wiler sagen deutlich Ja zu einem Baukredit (9,625 Millionen Franken) und einem Darlehen (12,15 Millionen Franken) für die dritte Bauetappe für den Hof zu Wil.

Mit seiner über 800-jährigen Geschichte strahle der Hof zu Wil als bedeutendes Kulturerbe weit über die Grenzen der Stadt und Region hinaus, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Nach zwei erfolgreich abgeschlossenen Bauetappen mit den Schwerpunkten «Gastronomie» (1994 bis 1998) und «Bibliothek» (2008 bis 2010) bilde die nun anstehende dritte Bauetappe den vorläufigen Abschluss dieses umfassenden Generationenprojekts.

Die Bauarbeiten sollen gemäss Planung 2023 beginnen.

Der Hofbezirk soll dann auch Teil des Unesco Weltkulturerbes Abtei St.Gallen werden.

Visualisierung des Hofplatzes mit Freitreppe.

© PD

Simon Diezi ist neuer Gemeindepräsident von Thal

Simon Diezi (FDP) wird neuer Gemeindepräsident von Thal. Im zweiten Wahlgang erhält Diezi 1540 Stimmen, sein Gegenkandidat Matthias Gehring (SVP) 1346 Stimmen. Nach dem ersten Wahlgang lagen die beiden 82 Stimmen auseinander.

Die Gemeinde Thal ist seit dem Rücktritt von Felix Wüst per Ende September ohne Präsident. Die Wahl sorgte immer wieder für Schlagzeilen. Mitunter weil sich Simon Diezi erst sehr spät dazu entschied, anzutreten. So stand sein Name beim ersten Wahlgang nicht mal auf der Namensliste.

Neues Schulhaus in Andwil-Arnegg

Die Stimmbevölkerung der Schulgemeinde Andwil-Arnegg sagt mit über 70 Prozent Ja zu einem Schulhaus-Neubau in Arnegg. Zur Debatte stand auch ein Erweiterungsbau bei der Schulanlage Ebnet in Andwil.

Der Schulrat will nun sofort die nächsten Schritte einleiten, so dass bestenfalls in einem Jahr über das finale Projekt mit Baukredit abgestimmt werden könnte.

Thurgau

Ein Bündner wird Gemeindepräsident in Egnach

Emil Müller (die Mitte) wird neuer Gemeindepräsident von Egnach. Der langjährige Gemeindepräsident von Zernez im Engadin machte bereits im ersten Wahlgang alles klar.

Der 56-jährige Müller holte 1196 Stimmen und übertraf damit das absolute Mehr (1070 Stimmen). Stefan Ziegler (SVP) erhielt mit 737 am zweitmeisten Stimmen. Ziegler ist Gemeinderat im dritten Amtsjahr. Keine Chance hatte der parteilose Beat Buchmann aus Amlikon-Bissegg.

Emil Müller war über 20 Jahre Präsident von Zernez. Er hat kürzlich geheiratet und einen neuen Lebensmittelpunkt im Unterland gefunden. Der 56-jährige folgt auf Stephan Tobler, der Mitte des nächsten Jahres in Pension geht.

Michael Gieseck neuer Gemeindepräsident von Wilen

Der 58-jährige Michael Gieseck ist das neue Gesicht an der Spitze der Gemeinde Wilen. Der parteilose Unternehmer aus Uzwil holte 597 Stimmen und setzte sich gegen zwei Konkurrenten durch. Für das absolute Mehr waren 518 Stimmen nötig.

Michael Gieseck wird Nachfolger von Kurt Enderli, der per 1. Juni 2022 zurücktritt.

Ausserrhoden

In den Ausserrhoden Gemeinden wurde über den Voranschlag 2022 und somit über die Budget abgestimmt. Dies hat in einigen Gemeinden Folgen für die Steuern.

Heiden lehnt den Voranschlag und damit die geplante Steuererhöhung ab. In Teufen, Gais, Rehetobel, Reute und Walzenhausen wurden die Budgets und damit geplante Steuersenkungen durchgewunken.

(cas)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 28. November 2021 17:26
aktualisiert: 28. November 2021 17:35