Umstrittenes Video

«Ein Desaster» – Krach um Thurgauer Windparks geht weiter

12. März 2020, 06:50 Uhr
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Quelle: TVO

Sie sollen die Landschaft verschandeln und seien ein Desaster für künftige Generationen: die geplanten Thurgauer Windparks. Die Gegner wehren sich mit einem Video, das laut Kanton aber unrealistisch ist. Er weist sämtliche Kritik von sich.

Die Giganten aus Stahl spriessen wie Pilze aus dem Boden, werfen unschöne Schatten und ruinieren die Sicht, etwa auf den Säntis oder das Schloss Eugensberg: Dass es im Thurgau bald einen Windpark geben soll, stört den Verband Freie Landschaft Thurgau gewaltig. Er hat ein Video veröffentlicht, das die wörtlichen Schattenseiten der Pläne des Kantons zeigen soll.

«Anlagen aufgeblasen»

Die Aufnahmen aus der Vogelperspektive seien zwar «relativ realistisch», sagt Thomas Volken, Windenergieexperte bei der Abteilung für Energie des Kantons Thurgau, gegenüber TVO. Aber: «Bei den Nahaufnahmen wurden die Anlagen klar aufgeblasen, dahinter ist eine Absicht.»

Das Projekt stehe noch ganz am Anfang, meint der zuständige Regierungsrat Walter Schönholzer (FDP). Es sei noch unklar, wie viele Windkraftwerke am Ende gebaut werden sollen – und an welchen Standorten. 

Wo die Windräder am Ende genau zu stehen kommen, spiele ohnehin keine Rolle, findet Marco Zimmermann, Vorstandsmitglied des Verbandes Freie Landschaft Thurgau. «Es ist ein Weg in die falsche Richtung, mit dem wir für unsere Nachkommen, die Jugend und unsere Enkelkinder, ein Desaster produzieren.»

«Transparente Prozesse»

Zimmermann kritisiert insbesondere, dass der Kanton mit der Bevölkerung nicht kommuniziere. «Sie legen nicht offen, was sie planen, kooperieren nicht und zeigen keine Daten.» Das stimme «überhaupt nicht», sagt Regierungsrat Schönholzer: «Wir haben keinerlei Informationen je zurückgehalten. Das waren ganz transparente Prozesse, ich war selbst vor Ort bei der Bevölkerung und habe sie orientiert.»

Bis Ende Monat will der Thurgauer Grosse Rat nun diskutieren, ob die sechs in Frage kommenden Windpark-Gebiete (darunter unter anderem Braunau-Wuppenau) in den Richtplan aufgenommen werden sollen. Windenergie soll im Thurgau künftig zehn bis fünfzehn Prozent des Strombedarfs decken. 

(lag)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 12. März 2020 06:50
aktualisiert: 12. März 2020 06:50