Ein halbes Jahr nach dem Grossbrand

Sandro Zulian, 25. September 2018, 20:00 Uhr
Rund ein halbes Jahr nach dem verheerenden Grossbrand auf dem Areal der Tobi Seeobst AG in Egnach ist beim Unternehmen und in der Gemeinde wieder ein wenig Ruhe eingekehrt. Die neue Halle steht bereits.

Diese Bilder vergisst man in Egnach so schnell nicht: Mitte März bricht auf dem Areal der Tobi Seeobst AG ein Grossbrand aus. Eine Lagerhalle und rund 1000 Tonnen Äpfel und Gemüse werden Opfer der Flammen. Im Fokus der Ermittlungen stehen vier Jugendliche. Sie sollen den Brand gelegt haben.

«Erleichtert, dass die Halle steht»

Heute, nur ein halbes Jahr nach dem Brand, steht die neue Lagerhalle bereits. Kostenpunkt: Sieben Millionen Franken. An den zerstörerischen Grossbrand erinnert auf dem Areal fast nichts mehr. «Wir sind erleichtert, dass wir die Früchte und das Gemüse einlagern können und dass die Halle rechtzeitig steht», sagt Benno Neff, Geschäftsführer der Tobi Seeobst AG. Selbstverständlich denke er ab und zu zurück an den Brand, doch der Blick gehe hauptsächlich nach vorne: «Wir wollen das abschliessen und abhaken.»

Der TVO-Beitrag von Dominik Zulian

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Bau während Hochbetrieb

Erst seit wenigen Tagen ist der erste Trakt der Halle in Betrieb. In gut einer Woche soll der zweite Trakt folgen. 3500 Tonnen Früchte und Gemüse kann die Firma hier maximal lagern. Lagerplatz, der in den letzten Monaten schmerzlich vermisst wurde: «Wir hatten zusätzlichen Aufwand, aber glücklicherweise verfügen wir über mehrere Standorte», sagt Neff. So mussten diese vermehrt benutzt werden. «Es brauchte den einen oder anderen zusätzlichen Transport und die Warenannahme war eingeschränkt, weil der Bau parallel zum vollen Betrieb lief.»

«Den Zutritt verhindern»

Die neue Lagerhalle gleicht der alten, die den Flammen zum Opfer fiel. Diese wurde erst vor sieben Jahren gebaut. Ganz gleich ist sie allerdings nicht, sagt Neff: «Wir haben den Brandschutz noch einmal genau angeschaut und die eine oder andere Anpassung gemacht.» Auch bei der Sicherheit wurden Massnahmen ergriffen: «Wir werden in der Umgebung das eine oder andere machen, damit der Zutritt aufs Areal sicher verhindert werden kann.»

Glück und Unterstützung aus der Gemeinde

Dass der Neubau in nur sechs Monaten schon steht, hat auch mit Glück zu tun. Bodenplatten konnten wiederverwendet werden und auch aus der Gemeinde und aus dem Kanton bekam Tobi Seeobst Unterstützung. «Normalerweise dauert ein Bauverfahren an die drei Monate. Dieses ging nur drei Wochen», sagt Stephan Tobler, Gemeindepräsident von Egnach. In diesem Spezialfall habe man alles andere zurückgestellt. «Aufgrund der prekären Lage hatten alle einfach nur einen Tag Zeit, sich alles anzuschauen», sagt Tobler. So habe man das Bewilligungsverfahren innert kürzester Zeit durchgebracht.

(saz/doz)

 

Sandro Zulian
veröffentlicht: 25. September 2018 19:50
aktualisiert: 25. September 2018 20:00