Thurgau

Entlassener Mitarbeiter: «Wir fühlen uns verarscht»

14. Oktober 2019, 19:41 Uhr
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Quelle: TVO

Nach fast 100 Jahren macht die Nadelfabrik Schmetz Switzerland AG in Tägerschen dicht – die 20 Mitarbeitenden stehen auf der Strasse. Für sie kommt die Schliessung nicht überraschend.

Seit Generationen stellte die Firma Schmetz unter anderem Nadeln für Nähmaschinen her – doch das Geschäft rentiert nicht mehr. «Die Wettbewerbssituation hat über die Jahre hinweg stark zugenommen und das Marktwachstum hat sich deutlich verlangsamt», hiess es am Montag in einer Mitteilung des Mutterunternehmens im deutschen Herzogenrath (FM1Today berichtete). Laut Informationen von hallowil.ch ist bereits Ende des Monats Schluss mit der 95-jährigen Firmentradition in Tägerschen. 20 Mitarbeitende – diese wurden im Juni über die geplante Standortschliessung informiert – verlieren ihren Job. 

Viele haben Anschlusslösung 

Gegenüber TVO sagt ein betroffener Mitarbeiter, dass die meisten Angestellten bereits eine Anschlusslösung hätten. Die Firma habe einen Sozialplan erstellt. 

Seit die Schmetz Gruppe 2017 von der Firma Groz-Beckert übernommen wurde, sei es bergab gegangen, sagt der Informant weiter. «Wir fühlen uns verarscht. Zuerst wollte man in unseren Standort investieren. Die Arbeitsaufträge haben aber massiv abgenommen.» Deshalb seien die Angestellten ob der Schliessung nicht überrascht. Sie hätten sie seit längerer Zeit kommen sehen. 

Kein Einzelfall

Die Arbeitnehmer-Gewerkschaft Unia hatte keine Kenntnis von der bevorstehenden Schliessung. Diese sei kein Einzelfall, sagt Anke Gähme, Regionalleiterin der Unia Ostschweiz-Graubünden: «Dieses Beispiel zeigt exemplarisch, wie weitere Produktionsarbeitsplätze in der Ostschweiz vernichtet werden.» Wenn man die Fälle zusammenzähle, seien in den letzten Jahren in der Ostschweiz über 1000 Industrie-Arbeitsplätze vernichtet worden.

(lag)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 14. Oktober 2019 19:38
aktualisiert: 14. Oktober 2019 19:41