Feuerwerk-Aus «macht keinen Sinn»

Laurien Gschwend, 6. Juni 2019, 08:56 Uhr
Unter anderem aus Umweltschutzgründen will Konstanz künftig aufs Feuerwerk und womöglich komplett aufs Seenachtsfest verzichten. Ein Feuerwerkverzicht fürs Klima ergebe aber keinen Sinn, findet ein Empa-Experte.

Als erste deutsche Stadt hat Konstanz Anfang Mai den Klimanotstand ausgerufen. Deshalb – und weil die heutige Ausrichtung als touristische Attraktion nicht mehr erwünscht ist – will die Bodenseestadt das Seenachtsfest mit seinem traditionellen Feuerwerk diesen Sommer zum letzten Mal durchführen (FM1Today berichtete).

Anreise verursacht mehr CO2 als Feuerwerk

Künftig für dem Klimaschutz kein Feuerwerk mehr abzufeuern, ergibt laut Dominik Brunner, Luftreinhalte-Spezialist bei der Forschungsanstalt Empa in Dübendorf, jedoch keinen Sinn. «Der CO2-Ausstoss durch die Anreise der Besucher dürfte um ein Vielfaches höher sein als derjenige durch das Feuerwerk selbst», sagt er gegenüber dem «St.Galler Tagblatt».

«Keine relevante Quelle von CO2»

In der Schweiz werden durch das Abbrennen von Raketen und Vulkanen jährlich rund 86 Tonnen Kohlendioxid freigesetzt, wie aus einer Studie des Bundesamtes für Umwelt mit Beteiligung der Empa hervorgeht. Empa-Experte Brunner: «Das ist eine absolut marginale Menge im Vergleich zum Gesamtausstoss von CO2.» Auf Feuerwerkskörper zu verzichten, habe zwar seine positiven Seiten für die Umwelt, doch sie seien «keine relevante Quelle von CO2». Allerdings könne die Zunahme des Feinstaubs die Atemwege belasten.

Kreuzlingen mit seinem «Fantastical» und das Seenachtsfest Arbon haben nicht vor, mit Konstanz gleichzuziehen und auf das traditionelle Feuerwerk zu verzichten.

Laurien Gschwend
Quelle: red.
veröffentlicht: 6. Juni 2019 07:52
aktualisiert: 6. Juni 2019 08:56