Frauenfeld

«Fühlte mich wie im Gefängnis» – 26-Jährige hatte einen Monat Corona

Géraldine Bohne, 24. September 2020, 05:54 Uhr
Sabrina musste einen Monat lang mit einer Corona-Infektion im Zimmer ausharren. (Symbolbild)
© iStock
Die 26-jährige Sabrina aus Frauenfeld ist im August am Coronavirus erkrankt und musste sich während eines ganzen Monats isolieren. Während jener Zeit schlief ihr Freund auf dem Sofa, Kontakt hatten sie nur per Facetime.

«Ich weiss nicht, wo ich mir das Virus eingefangen habe.» Die 26-jährige Sabrina* hatte Corona. Ihre Symptome hielten fast einen Monat lang an. Das Zimmer durfte sie während dieser Zeit nicht verlassen.

Die ersten Symptome äusserten sich bei der Frauenfelderin am 21. August. Es waren Kopfschmerzen. «Ich habe mir nichts dabei gedacht.» Dann bekam sie über das Wochenende Husten, war müde und schlapp. Als es auch noch in ihrer Brust zu stechen begann, suchte sie am Montag einen Arzt auf. Das Ergebnis des Abstrichs fiel positiv aus, sie musste sich in Isolation begeben.

«Mein Freund und ich konnten uns nur über Facetime sehen»

Isolation bedeutete für Sabrina Wohnen im Schlafzimmer, denn die 26-Jährige lebt mit ihrem Freund zusammen. «Mein Freund musste auf dem Sofa schlafen. Uns sehen konnten wir nur über Facetime.» Auf das WC ging sie nur mit Handschuhen und Maske, danach desinfizierte sie alles.

Abschottung fiel ihr schwer

Fast einen Monat lang hielten die Symptome an, so lange sass sie im Zimmer fest. «Ich habe mich ein wenig wie im Gefängnis gefühlt, es war sehr schwierig für mich», sagt die Frauenfelderin. Durch das Zimmerfenster habe sie Leute auf der Strasse gesehen, die sich frei bewegen konnten. Diverse Personen aus ihrem Umfeld, darunter ihre Eltern und Arbeitskollegen, hätten ihr zur Aufmunterung Blumen vor die Türe gestellt oder mit ihr telefoniert. «Ich habe während dieser Zeit viel geschlafen. Im Nachhinein kommt mir die Zeit in Isolation aber kurz vor.»

Als sie aus der Isolation kam, ging Sabrina direkt in den Garten, streichelte ihre Katzen und umarmte ihren Freund. «Nach so langer Zeit kam mir alles so intensiv vor.» Mittlerweile geht es der 26-Jährigen gut, nur Energie fehlt ihr noch. «In der ersten Woche mit Corona ging es mir wirklich sehr schlecht. Ähnlich wie bei einer Grippe, aber schlimmer.» Danach sei es ein wenig besser geworden, doch sie habe sich während der ganzen Zeit sehr schwach gefühlt.

Vor ihrer Ansteckung hatte Sabrina keine Angst vor Corona. «Erst, als ich Schmerzen in der Brust bekam. Es war ein beengendes Gefühl.»

Infizierte sind in der Regel zehn Tage ansteckend

Ob es sich bei Sabrina um einen schwereren Verlauf der Krankheit handelt, kann der Kanton Thurgau nicht beantworten. Eine an Corona erkrankte Person sei für gewöhnlich etwa zehn Tage infektiös, positiv aber noch bis zu drei Monate darüber hinaus. Dabei gilt: «In der Regel können infizierte Personen das Haus frühestens 48 Stunden nach dem Abklingen der Krankheitssymptome verlassen. Grundsätzlich müssen aber mindestens zehn Tage seit dem Beginn der Symptome vergangen sein», so der Kanton.

* Name der Redaktion bekannt

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 24. September 2020 05:48
aktualisiert: 24. September 2020 05:54