Kreuzlingen

Geschlossenes Hotel Bahnhof Post öffnet bald für Flüchtende aus der Ukraine

4. Juli 2022, 10:57 Uhr
Dem ehemaligen Hotel Bahnhof Post in Kreuzlingen wird neues Leben eingehaucht. Die Stadt hat das Gebäude gemietet, um dort gut 190 Flüchtende aus der Ukraine unterzubringen. Diese Lösung soll nicht nur die Gastfamilien, sondern auch den Wohnungsmarkt entlasten.
Heferinnen bringen das Hotel Post auf Vordermann, damit Ukraine-Flüchtlinge Anfang Juli einziehen können.
© zVg/Stadt Kreuzlingen

Aktuell leben in Kreuzlingen etwa 190 Geflüchtete aus der Ukraine, grösstenteils sind sie bei Gastfamilien untergebracht. Um einerseits die Gastfamilien zu entlasten und anderseits auch künftig ausreichend Wohnraum für die Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, hat die Stadt Kreuzlingen das ehemalige Hotel Bahnhof Post an der Bahnhofstrasse in Kreuzlingen gemietet.

Seit dem 1. Juni sind Handwerker dabei, das Haus betriebsbereit zu machen. «Dank des grossen Engagements der Fachleute erfüllt das Gebäude die sicherheitstechnischen Anforderungen, sodass eine Betriebsbewilligung ausgestellt werden konnte», schreibt die Stadt in einer Mitteilung.

Das ehemalige Hotel diene ausschliesslich als Unterkunft für Flüchtlinge aus der Ukraine und werde nicht als Hotel geführt. Die Belegung der Zimmer erfolge etagenweise, ab Anfang Juli soll das Gebäude bezugsbereit sein.

Kaum günstiger Wohnraum in Kreuzlingen 

Einerseits sei die Stadt in der Pflicht, entsprechenden Wohnraum zur Verfügung zu stellen, anderseits schaffe sie mit der Miete des ehemaligen Hotels eine Entlastung für die Gastfamilien, die seit Monaten zusammen mit den Flüchtlingen oft in engen Raumverhältnissen leben. Darüber hinaus soll laut Stadt auch der Wohnungsmarkt entlastet werden, zumal in Kreuzlingen kaum mehr günstiger Wohnraum vorhanden ist. Diese Situation belaste auch andere Bevölkerungsgruppen, weshalb mit der Miete einer grösseren Liegenschaft der Wohnungsmarkt im niedrigen Preissegment entlastet werden soll.

Stadtrat setzt Taskforce ein 

Um die notwendigen Massnahmen und Abläufe für die Unterbringung, Betreuung und Beschulung der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine anzugehen, setzte der Stadtrat bereits Anfang März eine Taskforce ein. Gemeinsam mit der Schule Kreuzlingen, der Arbeitsgruppe für Asylsuchende Thurgau «AGATHU», der katholischen und evangelischen Kirchen, Talent Campus Kreuzlingen sowie zahlreichen weiteren Organisationen und Privatpersonen, konnte den Menschen aus der Ukraine umgehend geholfen werden.

Des Weiteren setzte der Stadtrat per 1. April 2022 eine befristete Koordinationsstelle im Departement Soziale Dienste für Ukrainische Flüchtlinge ein. Die Stelle ist für die Anmeldung, respektive Dossier-Eröffnung und -Führung zuständig. Auch kümmert sie sich um die Vermittlung von Unterkünften, die meist von Privatpersonen zur Verfügung gestellt werden.

(mle)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 4. Juli 2022 10:30
aktualisiert: 4. Juli 2022 10:57
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