«Habe noch nie so viele Mücken gesehen»

Laurien Gschwend, 17. April 2019, 08:07 Uhr
Sie färben ganze Hausfassaden und Autos schwarz: Am Bodensee sind dieser Tage Tanzmücken in Schwärmen unterwegs. Die Tierchen stechen zwar nicht, können aber ganz schön nerven.

«Es ist so mühsam! Wenn ich meine Balkontür öffne, habe ich binnen Sekunden 50 Mücken in der Wohnung», sagt ein Leserreporter gegenüber FM1Today. Er hat in den letzten Tagen in Berlingen am Untersee beobachtet, wie die Insekten in Schwärmen ganze Spielplätze, Autos und Hausfassaden besiedeln. «Wände, die normalerweise weiss wären, sind plötzlich schwarz.»

Der Leserreporter hat den Eindruck, als seien die Mücken dieses Jahr früher aktiv als sonst. «Ich glaube auch, dass sie grösser sind.» So viele Mücken «auf einem Haufen» habe er noch nie gesehen.

«Abstrich, den man gerne macht»

«Das war schon immer so», sagt hingegen Mirco Müller. Der Berlinger Fischereiaufseher sagt auf Anfrage, Mückenschwärme am Untersee seien zu dieser Jahreszeit nichts Aussergewöhnliches. «Das ist ein Abstrich, den man gerne macht, wenn man am Untersee lebt», sagt Müller und schmunzelt. Auch der St.Galler Insektenexperte André Mégroz sagt, dass das Phänomen normal sei.

Mücken sind harmlos

Nicht nur Untersee-Anwohner treffen aktuell auf Mückenschwärme. «Eigentlich überall, wo es Seen, Biotope und Weiher gibt – auch in St.Gallen – sind sogenannte Tanzmücken oder Zuckmücken in grossen Schwärmen unterwegs», sagt André Mégroz. «Das beunruhigt viele Leute.» Die Insekten seien aber völlig harmlos: «Sie stechen nicht.»

Mégroz hat bereits im Januar einzelne Tanzmücken beobachtet. «Wenn es wärmer wird, tanzen sie wörtlich umher und bilden wolkenartige Säulen.» Mückengitter seien die einzige Möglichkeit, die Tierchen aus der Wohnung zu sperren.

Stechmücken folgen bald

Laut Fischereiaufseher Mirco Müller ist die «Plage» bereits nach zwei Wochen wieder vorbei. «Mit den ersten Stechmücken ist in rund einem Monat zu rechnen», sagt Insektenexperte Mégroz. Ob es eine Stechmückenplage geben wird, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen. «Das kommt immer darauf an, wie trocken oder feucht der Sommer ist.»

Laurien Gschwend
Quelle: lag
veröffentlicht: 17. April 2019 05:44
aktualisiert: 17. April 2019 08:07