Haben sich Ermatinger mit Puma geeinigt?

Lara Abderhalden, 6. Juni 2017, 10:45 Uhr
Es scheint, als habe es zwischen Puma und der Holzmanufaktur «Made in Ermatingen» eine Einigung gegeben. Auf der Webseite der Ermatinger ist ein neues Logo zu sehen. Die Thurgauer Firma ist mit Puma in einen Streit geraten, weil ihr Hund im Logo dem Puma des Sportartikelanbieters ähnlich sah.
Die drei Logos im Vergleich. Ganz links ist das neue Logo der Ermatinger Fima.
© Webseite Ermatingen

Eigentlich sah alles so aus, als hätte der Ermatinger Hund den Puma besiegt. Andy Hostettler und Michael Urwyler, welche die Holzmanufaktur in Ermatingen führen, haben sich aber zu früh gefreut. Von Anfang: Puma hatte den Ermatingern ohne vorherige Absprache mit einem Anwalt gedroht, sollten die Thurgauer ihr Logo nicht ändern. Dies liessen sich die beiden nicht gefallen und der Fall wurde vom Institut für geistiges Eigentum untersucht.

Es sah nach einem Sieg aus

Das Institut entschied sich Anfang März zugunsten der Ermatinger Firma. Für Andy Hostettler war der Fall erledigt, wie er damals sagte: «Es ist ein inneres Schmunzeln, da wir an unseren Triumph geglaubt hatten.» Schon im März war Andy Hostettler sich aber bewusst: «Puma hat eine Paranoia. Ich kann es einfach nicht anders sagen. Sie haben einen Verfolgungswahn. Sobald irgendwo ein Tierchen erscheint, das allenfalls noch springt, haben sie gleich das Gefühl, man wolle sie kopieren. Das ist absolut am Fell herbei gezogen.» Hostettler appellierte nach dem Entscheid des Instituts an Puma und sagte, dass es Puma doch gut sein lassen soll. Die Holzmanufaktur habe nicht im Sinn, in das Geschäft mit Sportartikeln einzusteigen.

Siegte am Schluss das Geld?

Puma gab sich mit dem Entscheid aber nicht zufrieden. Der Sportartikel-Riese hat Beschwerde gegen den Entscheid eingereicht. Obwohl Puma offenbar nichts in der Hand hatte - laut Institut bestand absolut keine Verwechslungsgefahr - hat der deutsche Sportartikelhersteller etwas, was die kleine Ermatinger Firma nur begrenzt hat: Geld. Dies war vermutlich auch der Grund dafür, dass «Made in Ermatingen» schlussendlich doch einknickte und ihr Logo wechselte.

So sieht das Logo von «Made in Ermatingen» heute aus. (Bild: Webseite)
© So sieht das Logo von «Made in Ermatingen» heute aus. (Bild: Webseite)

Von Seiten der Ermatinger Firma möchte man im Moment keine Angaben zum Logowechsel machen. Nur so viel: «Es ist etwas passiert», aber über die genauen Umstände wolle man gemeinsam mit Puma informieren. Klar ist, dass auf der Seite nun nicht mehr ein springender Hund zu sehen ist, sondern schlicht und einfach ein Hund, mit ausgestreckter Zunge. Ist die ausgestreckte Zunge vielleicht gleichzeitig eine Botschaft an Puma?

Lara Abderhalden
Quelle: abl
veröffentlicht: 6. Juni 2017 10:08
aktualisiert: 6. Juni 2017 10:45
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