Thurgau

«Im Privaten vergisst man oft, dass man sich anstecken kann»

27. Juli 2020, 16:59 Uhr
Urs Martin, Regierungsrat Kanton Thurgau
© Keystone
Im Kanton Thurgau haben sich in den vergangenen Wochen vermehrt Personen an privaten Veranstaltungen mit dem Coronavirus angesteckt. Regierungsrat Urs Martin appelliert nun an die Eigenverantwortung der Bevölkerung.

Bei öffentlichen Veranstaltungen gelten nach wie vor Schutzkonzepte. Bei der privaten Geburtstagsfeier oder dem Familienfest obliegt die Verantwortung jedem einzelnen. Das hat dazu geführt, dass sich im Kanton Thurgau in den letzten Wochen auffällig viele Personen bei solchen Veranstaltungen angesteckt haben.

«Es ist wichtig, die Leute zu warnen»

«An gewissen Orten haben sich bis zu sechs Personen in einem Haus angesteckt. Deshalb ist es wichtig, die Leute zu warnen und sie darauf aufmerksam zu machen, dass sie sorgfältig sein müssen», sagt der Thurgauer Regierungsrat und Leiter des Fachstabs Pandemie, Urs Martin. Im privaten Umgang werde oft vergessen, dass man sich anstecken könne: «Die Leute denken, man könne sich nur unbekannterweise anstecken.»

«Appellieren an die Eigenverantwortung der Bevölkerung»

Damit Geburtstagsfeiern und Grillpartys nicht zu potenziell bedrohlichen Infektionsherden werden, sei es essentiell, dass die Hygiene- und Abstandregeln auch hier eingehalten werden. So auch am kommenden Wochenende. Da eine Mehrzahl der Gemeinden coronabedingt darauf verzichten, eine öffentliche Bundesfeier zu veranstalten, finden vielerorts 1.-August-Feiern im privaten Kreis statt. «Wir appellieren diesbezüglich an die Eigenverantwortung der Bevölkerung und weisen einmal mehr darauf hin, dass die Hygienemassnahmen eingehalten werden müssen», sagt Urs Martin.

«Wenn nötig, werden weitere Massnahmen ergriffen»

Vorerst sehe die Regierung davon ab, die Massnahmen im Kanton Thurgau zu verschärfen, sagt Urs Martin: «Wir müssen aber abwarten, wie die Situation aussieht, wenn nach den Sommerferien viele in die Schweiz zurückreisen. Wenn es nötig ist, werden wir aber weitere Massnahmen ergreifen.»

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 27. Juli 2020 17:00
aktualisiert: 27. Juli 2020 16:59