Coronakrise

«Im Thurgau hat es genug Spitalbetten für alle»

24. März 2020, 10:49 Uhr
Der Kanton Thurgau ist in einer komfortablen Lage: Weil in Frauenfeld gerade der Spitalneubau in Betrieb genommen wurde, können im alten Spital sehr kurzfristig 200 zusätzliche Betten eingerichtet werden.

«Für die Infektionswelle, die wir auf diese Woche erwarten, sind wir gut gerüstet», sagte ein sehr zuversichtlich wirkender Regierungspräsident Jakob Stark am Montagnachmittag vor den Medien. Er wendet sich aber sofort an die Bevölkerung: «Wenn Sie sich an die Verhaltensregeln halten, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir diese Krise meistern werden. Es hat genug Betten zur Verfügung.»

Nach wenigen baulichen Eingriffen betriebsbereit

Der Kanton Thurgau, beziehungsweise das Spital Frauenfeld, ist in einer sehr besonderen Lage: Ende Februar wurde der Neubau des Spital Frauenfeld eingeweiht. Mitte März wurde der geplante Abbruch des alten Spitalbaus aus dem Jahr 1974 gestoppt und nach ein paar baulichen Eingriffen ist er wieder bereit für den ausserordentlichen Einsatz.

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Quelle: TVO

Das Haus wird derzeit mit 200 Betten bestückt, die von der Armee geliefert werden. Ab 1. April werden die ersten hundert Betten zur Verfügung stehen, ab 8. April nochmals weitere hundert Betten. «Eine glückliche Fügung», wie Kantonsärztin Agnes Burkhalter sagte.

Regierungspräsident und Gesundheitsdirektor Jakob Stark sagte, mit dem sogenannten «Covid-Zentrum» in Frauenfeld sei die stationäre Gesundheitsversorgung auf gutem Niveau gewährleistet. Laut dem Chef der Spital Thurgau AG, Marc Kohler, fehlt es aber im Moment noch an genügend medizinischem Personal für das zusätzliche Spital. Allerdings ist der Aufruf des Kantons auf offene Ohren gestossen: «Es haben sich zahlreiche Hilfsbereite gemeldet», sagt Regierungsrätin Cornelia Komposch.

Externe Hilfe ist notwendig

Die zusätzlichen Kapazitäten können nur mit externer Verstärkung von Armee und weiteren Spezialisten genutzt werden. Zudem sollen Nicht-Coronavirus-Patienten vermehrt nach Münsterlingen oder an andere Standorte der Spital Thurgau AG verlegt werden.

Insgesamt verfügt das Spital Frauenfeld über 50 Beatmungsgeräten, zehn werden für Nicht-Covid-Patienten auf der regulären Intensivstation verwendet.

(agm/sda)

 

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 23. März 2020 18:52
aktualisiert: 24. März 2020 10:49