«Influencer wollten Selfie-Plattform»

Nina Müller, 11. Juli 2019, 17:31 Uhr
Wenn ein süsslicher Duft über dem Allmend-Platz liegt und ein fetter Bass bis in die Stadt dröhnt, dann ist in Frauenfeld wieder Openair-Zeit. Nebst einer Wasserrutsche gibt es dieses Jahr auf dem Gelände eine weitere Besonderheit: Eine Selfie-Plattform direkt vor der Bühne.

Seit Mittwoch strömen wieder Hip-Hopper und Rap-Liebhaberinnen aus ganz Europa durch die Tore des Openair Frauenfeld. 180'000 Besucher werden erwartet, das Festival ist erneut ausverkauft. «Nach Eminem war es für uns nicht einfach, das diesjährige Line-Up auf das gleiche Level wie letztes Jahr zu bringen. Es gibt ja nur einen Eminem», sagt Joachim Bodmer, Mediensprecher des Openair Frauenfeld. Mit den Top-Acts Cardi B und Travis Scott sei dies aber gelungen.

Frauenfeld geht mit der Zeit

Beide Top-Acts gehören zum Sub-Genre Trap. Vor zehn Jahren hätte wohl kaum ein OAF-Besucher gewusst, was Trap bedeutet. Nicht nur die Musik, auch das Publikum des Frauenfelder Festivals hat sich in den letzen Jahren stark verändert. «Vor sechs Jahren hatten wir Run DMC hier. Ein riesiger Act des Old-School Hip Hops. Da habe ich gehört, wie ein Besucher sagte: Oh, das Lied kenne ich. Das ist der Klingelton meines Vaters», sagt Joachim Bodmer. Das Openair gehe mit der Zeit und die Besucher stehen heutzutage mehr auf Trap.

Mit der Zeit gehen, bedeutet am Openair Frauenfeld offenbar auch, Influencer zu berücksichtigen. Neu steht vor der Hauptbühne eine kleine Bühne mit dem Schild: Selfie-Plattform. «Diese haben wir aufgebaut, weil uns so viele Influencer angefragt haben. Wir probieren das jetzt dieses Jahr mal aus», so Bodmer. Neu sind auch die Scanner beim VIP-Bereich und eine riesige gelbe Wasserrutsche auf dem Zeltgelände.

Diese Plattform ist extra, um Selfies zu machen. (Bild: FM1Today/Nina Müller)

Kampagnen, um Müll zu verhindern

Ob die Wasserrutsche rege genutzt wird, ist zurzeit noch fraglich. Der Wetterbericht meint es dieses Jahr nicht so gut wie auch schon. Gewitter und Regen wurde für die nächsten drei Tage prognostiziert. «Wir rechnen mit einigen Regentropfen und hoffen, dass es keinen Sturm gibt», sagt der Mediensprecher des Festivals. Doch die grösste Herausforderung für die Organisatoren des OAF sind nicht Naturphänomene, sondern die unglaublich grosse Anzahl von Besuchern und der Müll, den diese verursachen. «Wir haben diverse Kampagnen, um die Besucher zu sensibilisieren, auch mit Influencern zusammen», sagt Bodmer. Die Pro-Kopf-Bilanz des OAF sei aber in den letzten Jahren immer sehr gut gewesen.

Für das nächste Jahr seien diverse grosse Massnahmen geplant bezüglich des Umweltschutzes. Für Bodmer ist nun aber am wichtigsten, dass das Festival sauber über die Bühne geht. «Für uns Organisatoren ist das grösste Higlight am Openair immer, wenn das ganze Festival sicher und ohne grössere Zwischenfälle verlaufen ist», sagt Bodmer.

Das Programm des Openair Frauenfeld findest du hier.

Nina Müller
Quelle: nm
veröffentlicht: 11. Juli 2019 15:08
aktualisiert: 11. Juli 2019 17:31