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«Jetzt weiss ich, warum dort baden verboten ist»

«Jetzt weiss ich, warum dort baden verboten ist»

23.08.2017, 16:36 Uhr
· Online seit 23.08.2017, 16:34 Uhr
Der Stadtweiher in Wil bietet nicht nur ein ausgezeichnetes Festival, sondern offenbar auch riesige Fische. Einer davon wurde gestern Dienstag aus dem Wasser gefischt.
Sandro Zulian
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58 Zentimeter lang und gute 12 Kilo schwer. Einen so grossen Fisch haben zwei junge Männer gestern Dienstag aus dem Wiler Stadtweiher gezogen. Es handelt sich dabei um einen Spiegelkarpfen. Das Originalfoto wurde in der Gruppe «Du bisch vo Wil wenn...» gepostet.

Darum ist das Baden verboten

Das Foto sorgt in der Community für ordentlich Gesprächsstoff. Unter den zahlreichen Kommentaren finden sich die verschiedensten Meinungen: «Shiit... Jetzt weiss ich, warum baden dort verboten ist», meint ein User. «Jetzt siehst du mal, was es dort drin alles gibt!», warnt eine Frau ihre Freundin. Eine andere Facebook-Nutzerin kommentiert scherzhaft: «Dann gibt es morgen ja etwas feines zum Zmittag!» Ob dieser grosse Karpfen allerdings schmeckt, dürfte dahingestellt sein.

Den Fisch wieder in den Teich lassen?

Doch es gibt auch kritische Meinungen zum grossen Fang aus dem Stadtweiher. In der Facebookgruppe fragt ein User: «Und wird der Fisch auch gegessen?» Ein anderer antwortet: «Der Fisch wurde fachgerecht wieder seinem Element überlassen.» Was folgt ist eine hitzige Debatte über den grossen Spiegelkarpfen. Die Geister scheiden sich an der Frage, ob der Fisch wieder freigelassen werden durfte. Denn ob das wirklich «fachgerecht» ist, ist unklar.

«Catch and Release» ist nicht erlaubt

Mehr oder weniger Klarheit schaffen kann Rico Eigenmann. Er ist Fischaufseher für den Stadtweiher in Wil. «Grundsätzlich muss ein Fisch dieser Grösse herausgenommen und für den Verzehr weiterverarbeitet werden.» Es sei eine Grauzone des Gesetzes, in der sich die beiden Fischer hier bewegen. «Man kann als Fischer gezielt auf eine Fischart Jagd machen. Wenn man dann einen Fisch herauszieht, den man nicht wollte, kann man ihn wieder in den Teich lassen.» Grundsätzlich gelten aber die Tierschutzgesetze. Diese besagen, dass man nicht nach dem «Catch and Release»-Prinzip fischen darf. Ein Fisch, der ausserhalb seiner Schonzeit gefangen wurde und das nötige Fangmass erreicht hat, muss verwertet werden.

Spiegelkarpfenrezept?

Aber schmeckt ein solcher Bodenfisch wie der Spiegelkarpfen überhaupt? «Eigentlich schmeckt dieser Fisch sehr nach Schlamm und Erde, da er am Weihergrund wohnt und durch seine Kiemen bei der Nahrungsaufnahme viel Schlick aufnimmt. «Man kann aus diesem Karpfen aber wunderbare Knusperli oder Fischburger machen», sagt Eigenmann. Der Trick sei, das Fleisch ein, zwei Tage in Milch einzulegen, damit das Fleisch den Schlammgeschmack ablegt.

Habt ihr Rezepte für Karpfen auf Lager? Dann immer her damit, in den Kommentaren oder auf redaktion@fm1today.ch

(saz)

 

veröffentlicht: 23. August 2017 16:34
aktualisiert: 23. August 2017 16:36

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