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Kybun Joya verschätzt sich bei Marketingaktion – und zieht durch

Zehnmal so viel, wie erwartet

Kybun Joya verschätzt sich bei Marketingaktion – und zieht durch

· Online seit 21.05.2024, 18:50 Uhr
Eigentlich hätte es eine herzige Schuh-Schenk-Aktion werden sollen. Doch die Dankes-Kampagne von Kybun Joya und Wenurse lief völlig aus dem Ruder. Anstatt 1000 Paar Schuhe, müssen nun zehnmal so viele versendet werden. Das hat massive Kosten zur Folge. Laut Kybun-Chef, lohnt sich die Aktion dennoch.
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Die beiden Thurgauer Firmen Kybun Joya und Wenurse wollten zum Internationalen Tag der Pflegenden vom 12. Mai den Pflegefachfrauen ein Dankeschön spendieren – und zwar ein Paar Gratis-Schuhe. Die Aktion lief allerdings völlig aus dem Ruder, wie Kybun-Joya-Geschäftsführer Claudio Minder gegenüber FM1Today erklärt. Oder in Minders saloppen Worten: «Das war eine schlechte Planung.»

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Zehnmal so viel wie erwartet

Denn eigentlich haben die Unternehmen damit gerechnet, dass innerhalb der Frist von einer Woche sich maximal 1000 Personen melden werden. Die Tausender-Marke wurde aber bereits nach weniger als 24 Stunden geknackt. Die Aktion wurde gestoppt. Aufgrund der zahlreichen Nachrichten, habe man sich dazu entschlossen, das Anmeldefenster nochmals für 36 Stunden zu öffnen. Am Ende waren es dann 10'000 Bestellungen – und die Schuhfabrikanten baff.

So sehr sich Minder über die Vielzahl der Bestellungen freut, so gross sind auch die Probleme, die die Aktion mit sich zieht. Zum einen ist da der Warenaufwand. Der Warenwert der verschenkten Schuhe betrage laut Minder über zwei Millionen Franken. Hinzu kommen die Versandkosten von etwa 100'000 Franken. Der Aufwand ist also zehnmal so gross wie angenommen.

Mehraufwand ja, aber keine finanziellen Folgen

Hat das nun Konsequenzen für das Schuhunternehmen? «Nein», versichert Minder. Das Unternehmen gerate aufgrund der Aktion nicht in finanzielle Schieflage. «Niemand muss sich um seinen Job fürchten. Es ist eher das Gegenteil der Fall: Wir brauchen Leute. Wir müssen ja die verschenkten Schuhe wieder produzieren», sagt Minder.

Minders Mitarbeitende werden in den nächsten Wochen sicherlich alle Hände voll zu tun haben. Denn die Geschenke müssen auch noch verschickt werden, was die Logistik mehr als auf Trab halte.  «Die vielen Versandaufträge werden unser Lagerteam ans Limit bringen. Der Innendienst wird eine hohe Menge an Umtauschen und Retouren bewältigen müssen», führt Minder aus. Weiter verrät Minder, dass es auch bei anderen Kunden aufgrund der Aktion zu Lieferverzögerungen kommen könnte.

Wort wird gehalten

Trotzdem ist für Minder klar, dass es bei der Aktion kein Zurück gibt. «Wer A sagt, muss auch B sagen», ist der Geschäftsführer überzeugt und fügt an: «Nur weil wir uns verrechnet haben, wollten wir die angekündigte Aktion nicht einfach abbrechen und Menschen damit enttäuschen.» Zudem wolle das Unternehmen ein Zeichen für die Pflegenden setzen: «In letzter Zeit wird immer darüber gesprochen, die Lage zu verbessern. Passiert ist aber immer noch nichts.»

Denn die Aktion habe auch positive Seiten. So seien bereits erste Bestellungen für das Schuhmodell eingegangen. Zudem wolle das Unternehmen auch einen Schuh für Pflegefachmänner auf den Markt bringen. Damit reagiere man auf die erhaltene Kritik. Das verschenkte Modell ist nämlich ein reines Damen-Modell.

veröffentlicht: 21. Mai 2024 18:50
aktualisiert: 21. Mai 2024 18:50
Quelle: FM1Today

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