Hüttwilen

Landschaftsbild wichtiger als Freilandhaltung – Schweine zurück in Stall

20. Oktober 2020, 13:41 Uhr
Das Massnahmenzentrum Kalchrain in Hüttwilen muss bald auf die Freilandhaltung von Schweinen verzichten. (Archivbild 13. Juni 2018)
© Thurgauer Zeitung/Andrea Stalder
Weil die Rundbogenzelte für Schweine nicht in das Landschaftsbild passen, muss das Massnahmenszentrum Kalchrain in Hüttwilen die Aussenhaltung ihrer Schweine aufgeben. So hat es der Kanton Thurgau beschlossen. Nun wehren sich bereits über 1000 Personen mit einer Petition.

Die Rundbogenzelte, in denen Schweine Wasser, Futter und Schutz vor Wind finden, fügen sich «nicht ausreichend in das empfindliche Landschaftsbild ein», urteilt das Thurgauer Amt für Raumentwicklung (ARE). Es geht um die Schweinehaltung des kantonseigenen Massnahmenzentrums Kalchrain in Hüttwilen. So soll spätestens Ende Jahr aus ästhetischen Gründen auf die Freilandhaltung der Tiere verzichtet werden, wie die Thurgauer Zeitung schreibt.

Nun sind verärgerte Bürger selbst aktiv geworden und haben eine Online-Petition lanciert. Diese wurde seit Samstag bereits von über 1300 Personen unterzeichnet. Auch in der Politik findet das Urteil Gehör. GP-Kantonsrat Peter Dransfeld reicht am Mittwoch wohl einen Vorstoss ein.

Auch der Schweizer Tierschutz meldet sich enttäuscht zu Wort. «Das ist doch recht unverständlich.» Aus Sicht des Tierschutzes würde es sich bei der Freilandhaltung um die «beste Haltungsform» für Tiere handeln. Eingreifen kann der Verband nicht, es fehlt das Verbandsbeschwerderecht.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 20. Oktober 2020 10:12
aktualisiert: 20. Oktober 2020 13:41