Arbon

Leerstehendes Hotel Metropol soll Geflüchtete beherbergen

20. März 2022, 18:55 Uhr
Das leerstehende Hotel Metropol in Arbon soll bald Geflüchteten aus dem Ukraine-Krieg eine neue Bleibe bieten. Das fordern Bürgerinnen und Bürger. Die Stadt steht der Idee allerdings skeptisch gegenüber.
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Quelle: tvo

Seit einer Dekade steht das Hotel Metropol in Arbon am Bodensee leer. Jetzt soll es endlich für einen sinnvollen Zweck genutzt werden. Das ist die Forderung des Arboners Gustav Maurer. Seine Idee: Die Stadt soll sich dafür einsetzen, dass aus dem ehemaligen Hotel eine Unterkunft für ukrainische Geflüchtete wird. «Das Hotel Metropol ist eine sehr grosse, eine sehr gepflegte Liegenschaft. Früher wurden hier viele Leute beherbergt.» Darum sei das Gebäude gut dafür geeignet, Geflüchteten und insbesondere Kindern eine geeignete Unterkunft zu bieten. «Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, aber in den nächsten zwei, drei Wochen kommt eine sehr grosse Zahl von Geflüchteten hierher», sagt Maurer.

Metropol: Seit zehn Jahren ein Streitpunkt

Das Hotel am See ist seit Jahren Zentrum von Streitereien. Die Besitzerin, die HRS Real Estate AG und die Stadt wollen das Gebäude abreissen lassen. Der frei gewordene Platz soll für neue Siedlungen genutzt werden. Gegen diese Pläne wehren sich viele Bürgerinnen und Bürger, unter ihnen auch Gustav Maurer. Die grossen Flüchtlingsbewegungen würden zeigen, dass das Hotel noch gebraucht wird, sagt Maurer.

Stadtpräsident will abwarten und hat Bedenken

Nichts überstürzen will dagegen der Stadtpräsident von Arbon, Dominik Diezi. Für die Unterbringung von Geflüchteten und für das Schaffen neuer Unterkünfte sei die Stadt ohnehin nicht verantwortlich: «Aktuell sind die zuständigen Stellen von Bund und Kanton intensiv damit beschäftigt, die nötigen Kapazitäten für die ukrainischen Flüchtlinge zu beschaffen.» Deshalb bestehe aktuell kein Grund, dass der Arboner Stadtrat parallel dazu Aktivitäten «entfaltet». Das Wichtigste sei, dass man koordiniert vorgehe, «und nicht widersprüchlich agiert wird». Ausserdem gebe es im Metropol Mängel im Brandschutz, so der Mitte-Politiker.

«Füdli lupfen»

Aktivist Gustav Mauer lässt diese Argumente allerdings nicht zu. Man dürfe nicht warten, bis immer mehr Geflüchtete hier seien und der Platz dann knapp werde. «Ich begreife nicht, dass niemand das ‹Füdli lupft›. Im Fernsehen sieht man täglich diese Tragödien. Hier sieht man nur Abwehrreaktionen. Das dulde ich nicht und darum kämpfe ich dafür.»

(red.)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 20. März 2022 18:59
aktualisiert: 20. März 2022 18:59
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