Minderjährige kommen leicht an Alkohol

Laurien Gschwend, 11. Dezember 2017, 10:39 Uhr
In 62 Prozent der Fälle konnten Testpersonen unter 16 Jahren Bier und anderen Alkohol kaufen. (Symbolbild)
In 62 Prozent der Fälle konnten Testpersonen unter 16 Jahren Bier und anderen Alkohol kaufen. (Symbolbild)
© Keystone/Martin Rütschi
Das Blaue Kreuz hat im Sommer und Herbst 2017 Testkäufe in sieben Thurgauer Gemeinden durchgeführt. Alkohol wurde in 62 Prozent, Tabak in 56 Prozent und Spirituosen in 47 Prozent der Fälle widerrechtlich an Jugendliche verkauft.

Speziell instruierte Jugendliche versuchten im Auftrag von sieben Thurgauer Gemeinden, in verschiedenen Verkaufsstellen Alkohol, Tabak (jeweils ab 16 Jahren legal) und Spirituosen (ab 18 Jahren legal) zu kaufen.

Fast die Hälfte kann Spirituosen kaufen

In 9 von 16 Fällen, das entspricht 56 Prozent, gelang es den Testkäuferinnen und -käufern unter 16 Jahren, Tabak zu kaufen. Beim Alkohol gelang dies 37 von 60 Testpersonen (62 Prozent). In 18 von 38 Fällen (47 Prozent) waren Minderjährige beim Testkauf von Spirituosen erfolgreich.

Die begleitenden Fachpersonen gaben dem Verkaufspersonal jeweils im Anschluss eine mündliche Rückmeldung. Zudem wurden die Verkaufsstellen schriftlich von den Gemeinden über die Resultate der Testkäufe informiert und aufgefordert, die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten, wie der Informationsdienst des Kantons Thurgau mitteilt. Das kantonale Amt für Gesundheit hat die Testkäufe mitfinanziert.

Keine Bussen für Verkaufsstellen

Es können keine Bussen ausgestellt oder sonstige Sanktionen ergriffen werden, da die gesetzliche Grundlage hierfür fehlt. Die Testkäufe dienen somit der Sensibilisierung der Verkaufsstellen für den Jugendschutz.

Die oben genannte Anzahl widerrechtlicher Verkäufe sei hoch, schreibt der Kanton. «Das liegt unter anderem daran, dass in den meisten Gemeinden zum ersten Mal Testkäufe durchgeführt wurden», lautet die Erklärung. Im Vorjahr hätten nicht so viele unter 16- und 18-Jährige Suchtmittel kaufen können. Man könne die Zahlen aus den Jahren 2016 und 2017 aber nicht vergleichen, da nicht in denselben Gemeinden getestet wurde.

Laurien Gschwend
Quelle: pd/red.
veröffentlicht: 11. Dezember 2017 10:25
aktualisiert: 11. Dezember 2017 10:39