Jo waaa!

Nach 50 Jahren ist Schluss: Kliby stellt seine Caroline ins Museum

Lena Rhyner, 19. Dezember 2020, 10:43 Uhr
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Quelle: FM1Today / TVO

Der Kreuzlinger Bauchredner Urs Kliby geht mit 70 Jahren in Rente und stellt seine Caroline ins Museum. Den Applaus wird er vermissen, Sprüche klopfen und Lacher ernten will er in Zukunft am Stammtisch.

Das Leben ein wenig ruhiger angehen. Zeit für einen Kochkurs haben, Schifffahren auf dem Bodensee. Jetzt, wo Urs Kliby in Pension geht, fühlt es sich ein wenig an, wie wenn Teenager-Kinder ausziehen: Seine nun erwachsene Handpuppe Caroline geht nach Frauenfeld ins Museum und der Kreuzlinger hat nun endlich Zeit für andere Dinge im Leben. Und diesen Ruhestand hat sich Urs Kliby verdient: 50 Jahre lang stand er mit seiner Handpuppe auf der Bühne und brachte die Menschen zum Lachen.

Legendäre Auftritte und Kinder-Kassetten

Die Kassetten von Kliby und Caroline gehören für viele in ein Kinderzimmer wie Holzklötze und Plüschtiere. Urs Klibys Tonträger wurden über eine Million mal verkauft, er gewann fünf goldene und zwei Platin-Schallplatten. Fernsehauftritte wie bei «Wetten, dass...» im Jahr 1981 brachten ihm Berühmtheit über die Schweizer Landesgrenzen hinaus.

Vor Caroline war der Putzlappen

Begonnen hatte seine Bauchredner-Karriere in der Praxis eines Militärarztes. Dieser stellte beim jungen Kliby eine Atemtechnik fest, die ungewöhnlich war. Damit war der Grundstein für sein Bauchrednertalent gelegt. «Ich nahm dann einen Lappen aus Mutters Putzschrank und übte vor dem Spiegel das Bauchreden», sagt Kliby.

50 Jahre lang lachte die Schweiz nun über die Witze von Kliby und seiner Eselpuppe Caroline. Kommt das Jahr 2021, wird das für Kliby vorbei sein. «Das Lachen und den Applaus werde ich sicher vermissen», sagt Kliby. Aber aufs Witzereissen wird er nicht ganz verzichten: «Ich kann ja am Stammtisch noch Sprüche klopfen.»

Seine Handpuppe Caroline wird nun für einige Zeit im historischen Museum zu betrachten sein im Rahmen der Ausstellung «Thurgauer Köpfe».

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 19. Dezember 2020 10:24
aktualisiert: 19. Dezember 2020 10:43