Tierrisse im Thurgau

Nach DNA-Analyse ist klar: Es war doch kein Wolf

19. Mai 2022, 15:31 Uhr
Im Raum Fischingen im Kanton Thurgau kam es vor einigen Wochen zu zwei Tierrissen. Ein Wolf wurde als Verursacher vermutet. DNA-Analysen bestätigen diesen Verdacht aber nicht, wie der Kanton Thurgau mitteilt.
Hinter den Rissen steckt nicht der Wolf. (Symbolbild)
© Getty Images

Ende April beziehungsweise Anfang Mai 2022 wurden bei Oberwangen ein Kalb und ein Schaf mutmasslich durch ein grosses Raubtier getötet. Es wurde vermutet, dass ein Wolf hinter den Rissen steckt. Dies hat sich aber nun als falsch herausgestellt, teilt der Kanton Thurgau am Donnerstag mit.

Analyse bestätigt Wolf-Verdacht nicht

«Wir haben die Kadaver dem Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin (FIWI) in Bern und zusätzlich DNA-Analysen. Beide weiteren Untersuchungen konnten den Wolf nicht bestätigen», sagt Michael Vogel, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau, gegenüber FM1Today. In aller Regel könne man den Wolf nachweisen, wenn er «am Tier war», sagt Vogel. Das sei in diesem Fall nicht möglich gewesen.

Einen konkreten Verdacht, welches Tier sonst für die Risse verantwortlich sein könnte, gibt es nicht. Die Bissspuren seien nicht sehr deutlich. Aber: Ein Luchs könne ausgeschlossen werden. Gefunden wurden in der DNA-Analyse Fuchsspuren am Kadaver. Dabei sei es aber stets ungewiss, ob nicht einfach ein Fuchs am toten Tier gefressen habe, erklärt Vogel.

Eine in der Nähe des toten Schafes gefundene Spur konnte zudem Wolfshunden zugeordnet werden. Diese hätten aber nichts mit dem Vorfall zu tun. Auch das Bild eines Wolfes, welches auf Social Media geteilt wurde, konnte nicht verifiziert werden.

Vorschnell kommuniziert? Kanton verneint

Der Kanton Thurgau hat Anfang Mai relativ deutlich kommuniziert, dass man davon ausgeht, dass ein Wolf Verursacher der Risse war. Hat man, bei diesem in der Schweiz relativ heiklen Thema, vorschnell kommuniziert? Vogel verneint: «Ich denke nicht, dass wir vorschnell kommuniziert haben. Aufgrund der angetroffenen Situation konnten wir den Wolf nicht ausschliessen und haben das entsprechend genauso auch kommuniziert. Es ist normal, dass vertiefte Untersuchungen manchmal andere Resultate ergeben, als es der erste Eindruck vermuten lässt.»

Vogel betont, dass eine offene Kommunikation im Umgang mit Raubtieren, wichtig sei.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 19. Mai 2022 14:14
aktualisiert: 19. Mai 2022 15:31
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