Egnach

Nach Tobi-Grossbrand: Drei Jugendliche schuldig gesprochen

10. März 2021, 11:46 Uhr
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Wegen der Fahrlässigkeit mehrerer Jugendlicher ist es im März 2018 zu einem Grossbrand auf dem Firmengelände der Tobi Seeobst AG in Egnach gekommen. Drei Jugendliche wurden nun vom Bezirksgericht Arbon verurteilt.

Vier Jugendliche waren am Abend des 17. März 2018 auf die aufgestapelten Kunststoffpaloxen geklettert und zündeten dort zwei Kerzen an. Beim Verlassen des Stapels liessen die Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren die Kerzen brennen. Die Kerzen führten zu einem Grossbrand mit millionenhohem Sachschaden. Nun, drei Jahre, später wurden drei der vier Jugendlichen vom Bezirksgericht Arbon der fahrlässigen Verursachung einer Feuersbrunst schuldig gesprochen. Sie werden mit einer Erziehungsstrafe, einer persönlichen Arbeitsleistung zugunsten des Gemeinwesens, bestraft.

Jugendliche forderten einen Freispruch

Die Jugendanwaltschaft stellte damals das Strafverfahren gegen einen Jugendlichen ein und bestrafte die anderen drei mit Strafbefehlen wegen fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst mit einer Erziehungsstrafe. Gegen die Strafbefehle erhoben die Jugendlichen Einsprache, weshalb sich das Bezirksgericht mit der Sache befassen musste. An der Hauptverhandlung anfangs März 2021 beantragten die Verteidiger der Jugendlichen einen Freispruch, die Jugendanwaltschaft weiterhin einen Schuldspruch.

Jugendliche haben gemeinsam gehandelt

Das Bezirksgericht Arbon hält es für erwiesen, dass die brennenden Kerzen die Brandursache waren. Die Jugendlichen hätten gemeinsam gehandelt und seien daher auch gemeinsam dafür verantwortlich, dass die Kerzen beim Verlassen des Stapels nicht gelöscht wurden, schreibt das Bezirksgericht. Bei allen drei Jugendlichen sei davon auszugehen, dass sie den Taterfolg (Brennen der Paloxen mit Übergreifen auf weitere Objekte) in den wesentlichen Zügen hätten voraussehen können. Ihnen sei auch bekannt gewesen, dass brennende Kerzen nicht unbeaufsichtigt (drinnen wie draussen) stehen gelassen werden sollten.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Sieben Millionen Franken Sachschaden

Die Jugendlichen hatten wohl nie die Absicht, die Lagerhalle anzuzünden, wie die leitende Jugendanwältin Barbara Reifler 2019 zu FM1Today sagte. Die Jugendlichen hatten sich damals eine Hütte aus den Plastikharrassen gebaut und darin eine Kerze angezündet. Diese wurde beim Verlassen des Areals nicht gelöscht. Wegen des Windes entwickelte sich daraus ein riesiges Feuer, das auch auf eine Lagerhalle übergriff. Rund 30'000 Kunststoffbehälter für die Lagerung von Äpfeln gerieten in Brand und verflüssigten sich im Feuer.

Über 150 Einsatzkräfte der Feuerwehr standen im Einsatz. 60 Stunden dauerten die Löscharbeiten. Der Sachschaden belief sich auf sieben Millionen Franken.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 10. März 2021 11:21
aktualisiert: 10. März 2021 11:46