Technologie mit Gefühl

Nachricht aus dem Jenseits: Frauenfelderin entwickelt App

22. April 2021, 20:10 Uhr
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Quelle: tvo

Die Frauenfelderin Rahel Trunniger hat eine App entwickelt, mit welcher man Botschaften an Familie oder Freunde versenden kann. Diese Botschaften kommen zu einem gewünschten Datum in der Zukunft an und können somit auch noch nach dem eigenen Ableben versendet werden.

«Mein Papi ist vor elf Jahren gestorben. Oft vermisse ich seine Stimme oder ein Video von ihm. Es würde mir sehr viel geben, wenn ich eine solche Botschaft von ihm hätte. Ich wünsche mir so etwas für meine Kinder, für den Fall, dass es mich aus irgend einem Grund verfrüht nicht mehr geben sollte», sagt die Frauenfelderin Désirée Trauffer. Sie selbst hat deshalb schon einige Nachrichten für ihre Liebsten aufgenommen. Damit will sie ihnen Nähe geben, auch wenn sie selbst vielleicht gar nicht mehr auf der Welt ist.

Möglich macht dies eine App, die Rahel Truniger, die beste Freundin von Désirée Trauffer, entwickelt hat. «Gibt es eine Möglichkeit meinen Kindern nahe zu sein, auch wenn ich nicht mehr hier bin? Mir wurde bewusst, dass heute vieles über die Onlinekommunikation läuft. Also musste es dafür doch eine Möglichkeit geben», erklärt die App-Entwicklerin.

Vor einem Jahr kam ihr die Idee für die App und nun ist die App «From Above» erhältlich. Über die App können die Nutzer an Telefonnummern und E-Mail-Adressen Nachrichten senden lassen. Gründe dafür gibt es viele: «Es gibt im Alltag viele lustige Situationen, die ich aber nie aufschreiben würde. Mit der App kann man diese Ereignisse ein paar Tage später in eine Botschaft verpacken und einige Jahre später senden lassen», sagt Truninger. 

Désirée Trauffer unterstützt ihre Freundin bei diesem Projekt. «Ich würde alles dafür geben, eine solche Botschaft von meinem verstorbenen Vater zu erhalten. Es würde gut tun, seine Stimme zu hören oder sein Gesicht zu sehen. Das geht sonst verloren und vergessen.»

Deswegen nutzt Désirée Trauffer die App nun auch selbst. «Ich habe eine Botschaft an mich selbst geschickt. Diese werde ich erhalten, wenn ich in einem Alter bin, in dem ich Grossmutter sein könnte. In der Botschaft heisst es, ich solle meinen Kindern nicht in die Erziehung dreinreden.»

(red.)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 22. April 2021 20:18
aktualisiert: 22. April 2021 20:10