Romanshorn

Nachtfahrverbot an der Hafenstrasse: «Im dümmsten Fall kostet es 220 Franken»

Marian Märki, 24. Mai 2022, 17:21 Uhr
Die Stadt Romanshorn kämpft seit einiger Zeit gegen Autoposer. Die lärmigen Autofreaks sorgen bei Anwohnenden für schlaflose Nächte. Nun will die Stadt dem lauten Treiben mit einem Nachtfahrverbot den Riegel schieben.
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Quelle: FM1Today/Roger Inauen/Tim Allenspach

Es ist ein Problem, das sich während der Pandemie verstärkt hat und nun nicht mehr wegzubekommen ist: die Autoposer. Vielerorts sorgen sie für Lärm – und damit für Ärger. So auch in Romanshorn. Nun will die Stadt durchgreifen. Sie ordnet in der Romanshorner Hafenstrasse ein tägliches Nachtfahrverbot von 23 bis 5 Uhr nach dem Brunnen ab Höhe Seerestaurant bis zum Parkplatz Seepromenade an. Dies geht aus einer Mitteilung vom Dienstag hervor.  

Poserproblem nach wie vor vorhanden

Doch warum greift die Stadt nun durch? Der zuständige Stadtrat Dominik Reis hat eine einfache Antwort: «Wir haben im vergangenen Jahr verschieden Massnahmen ergriffen, beispielsweise haben wir Pfosten aufgestellt, um den Verkehr zu beruhigen. Doch wir mussten feststellen, dass es in der Nacht immer noch ein Poserproblem gibt.» Darum greife die Stadt nun durch.

Weiter betont Reis gegenüber FM1Today, dass das Fahrverbot keine Auswirkungen habe für Anwohnende und das Gewerbe im Hafen. «Anwohner oder auch Restaurantbesucherinnen können die Strasse weiterhin befahren. Das Verbot soll vor allem die Poser treffen», so der zuständige Stadtrat.

Verbot muss noch aufgelegt werden

Bevor das Verbot jedoch in Kraft treten kann, muss es noch aufgelegt werden. Dies soll laut Reis nächste Woche passieren. In Kraft treten dürfte frühestens Ende Juni. Mit Einsprachen rechnet die Stadt aber nicht, denn die Anwohnenden dürften – genauso wie das Gewerbe – dafür sein. Dies hätten Gespräche im Vorfeld gezeigt. Das Gewerbe hätte sich sogar noch ein längeres Fahrverbot gewünscht. 

Kommt das Fahrverbot, wird es zuerst ein Jahr lang getestet. Die Stadt werde den Versuch mit verschiedensten Mittel kontrollieren. Zum einen gebe es Anwohner, die ein sogenanntes Schlafjournal führen, zum anderen werde auch weiterhin die Anzahl der Fahrzeuge gemessen, welche durch die Hafenstrasse fahren und der Sicherheitsdienst werde weiterhin präsent sein.

Missachtung kostet bis 220 Franken

Wer künftig das Fahrverbot missachtet, muss mit einer Busse rechnen. Diese könne laut Dominik Reis zwischen 100 und 220 Franken hoch sein – je nach Vergehen. «Wer nach 23 Uhr durch das Fahrverbot fährt und dann noch sein Auto im Parkverbot abstellt, der kann mit bis zu 220 Franken gebüsst werden», so Reis. Er betont allerdings, dass die Polizei mit Augenmass agiere: «Die ersten beiden Nächte werden wir sicher nur Verwarnungen aussprechen und auf das Fahrverbot hinweisen.» Zudem werde man das Gespräch suchen. Wer eine gute Begründung habe, der müsse sich auch nicht fürchten.

Weiter erklärt Dominik Reis, dass bei einem erfolgreichen Testversuch diese Massnahme auch in anderen Teilen der Stadt geprüft werden könnten, beispielsweise für den Bahnhofsplatz.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 24. Mai 2022 17:21
aktualisiert: 24. Mai 2022 17:21
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