Überschüssiger Wein

Nicht verkaufter Thurgauer Pinot Noir soll zu Glühwein werden

1. September 2020, 11:36 Uhr
Nach guten Ernten und vor allem wegen des Lockdowns im Frühjahr brauchte es neue Absatzmöglichkeiten für Wein. (Symbolbild)
© KEYSTONE/GAETAN BALLY
Nach einer Idee der Agro Marketing Thurgau AG soll überschüssiger Thurgauer Wein zu Schweizer Glühwein verarbeitet werden. Nach guten Ernten und der Coronakrise sind die Lager teilweise überfüllt.

Es gebe im Kanton Thurgau einen Überschuss von 20'000 Litern Wein, vor allem Pinot Noir aus den Jahren 2017 und 2018, teilte die Agro Marketing Thurgau AG am Dienstag mit. Die Organisation ist ein Dienstleister für die Thurgauer Land- und Ernährungswirtschaft.

Zwei sehr gute Ernten in Folge sowie der Totalausfall an Veranstaltungen im Frühjahr hätten dazu geführt, dass «viel Wein in den Fässern der Produzenten» lagere. Betroffen seien vor allem Winzer, die vorrangig die Gastronomie bedienten und Weine an Grossanlässen wie Festen oder Generalversammlungen verkauften.

Der Bund habe im Mai eine «Deklassierungsinitiative» gestartet. Dabei werden zehn Millionen Franken investiert, damit nicht verkaufte Weine mit Ursprungsbezeichnung auch als billigere Tafelweine abgesetzt werden können. Die Weinbauern erhalten für jeden Liter deklassierten AOC-Weins einen Beitrag von maximal zwei Franken.

Weine müssen verkauft werden

Damit die Beiträge ausbezahlt werden, müsse der Wein aber zuerst verkauft werden, informiert die Marketingorganisation. Sie hat eine Absatzmöglichkeit gefunden: Der bisher nicht verkaufte Thurgauer Pinot Noir könnte mit etwas Schweizer Zucker und Gewürzen zu Schweizer Glühwein werden. Die Mischung würde pasteurisiert und in Glasflaschen abgefüllt.

Die Absatzplanung sei allerdings schwierig. Bisher hätten Discountprodukte ausländischen Ursprungs den Markt dominiert. Schweizer Glühwein werde den Preiskampf nicht gewinnen. Bei den Zutaten, der Verarbeitung und den Transportwegen könne aber ein neuer Standard bei der Nachhaltigkeit gesetzt werden, heisst es in der Mitteilung.

Quelle: sda
veröffentlicht: 1. September 2020 11:35
aktualisiert: 1. September 2020 11:36