Bundesratswahl

Noch ist keine offizielle Kandidatur für Maurer-Nachfolge bekannt

1. Oktober 2022, 16:10 Uhr
Am Tag nach der Rücktrittsankündigung von Bundesrat Ueli Maurer hat sich noch niemand offiziell für den freiwerdenden Sitz beworben: Albert Rösti macht sich zumindest Gedanken über eine Kandidatur, Natalie Rickli sagt, bislang noch nie daran gedacht zu haben.
Diana Gutjahr, Thurgauer SVP-Nationalrätin und Metallbau-Unternehmerin. (Archivbild)
© KEYSTONE/PETER KLAUNZER
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Von den oft gehandelten Kronfavoriten für die Maurer-Nachfolge wagten sich bislang nur jene klar aus der Deckung, die ihren Verzicht auf eine Kandidatur bekanntgaben.

So teilte am Samstag die Thurgauer SVP-Nationalrätin und Unternehmerin Diana Gutjahr auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass sie derzeit nicht zur Verfügung stehe. Neue Möglichkeiten müssten immer mit der aktuellen Lebensphase vereinbar sein. «Als ‹Frisch-Mami› würde dies in meinen aktuellen Lebensabschnitt nicht passen.»

Rösti: «Entscheid zu gegebener Zeit»

Der Berner Nationalrat Albert Rösti, dessen Namen am häufigsten als möglicher Maurer-Nachfolger genannt wurde, macht sich über eine Kandidatur zumindest Gedanken, wie er in der Samstagsrundschau von Schweizer Radio SRF sagte.

Es brauche jetzt aber zunächst einmal Gespräche mit der Familie und mit der Partei, sagte der frühere Präsident der SVP Schweiz weiter. Er werde dann zu gegebener Zeit entscheiden, «ob ich in dieses Rennen steige oder nicht», hielt der 55-Jährige fest.

Rösti war von seiner Berner Kantonalpartei schon 2015 als Bundesratskandidat vorgeschlagen worden, als ein Sitz in der Landesregierung durch den Rücktritt der Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf frei wurde. Damals sassen aber bereits zwei Berner im Bundesrat, weshalb die Kandidatur wieder zurückgezogen wurde.

Die Ausgangslage ist nun anders. Alt Nationalrat Manfred Bühler, der Präsident der Kantonalpartei, kündigte am Freitagnachmittag an, sich für eine Berner Kandidatur stark zu machen, ohne Namen zu nennen.

Rickli: «Noch nie daran gedacht»

Als mögliche Nachfolgerin des Zürchers Ueli Maurer wurde auch die Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli ins Spiel gebracht. Ihr Fokus liege derzeit auf den im Februar 2023 anstehenden Erneuerungswahlen für den Regierungsrat, sagte die 45-Jährige am Samstag gegenüber SRF.

Zu einer allfälligen Rückkehr nach Bern wollte sich die frühere Nationalrätin, die seit 2019 als Regierungsrätin der Zürcher Gesundheitsdirektion vorsteht, nicht weiter äussern. Der Rücktritt von Finanzminister Maurer sei für sie überraschend gekommen, sagte die 45-Jährige. Sie habe sich bislang noch nie überlegt, für den Bundesrat zu kandidieren.

Damit sagte Rickli weder Ja noch Nein zu einer Kandidatur. Offen blieb diese Frage bislang auch bei anderen als mögliche Maurer-Nachfolger gehandelten Personen. So äusserten sich beispielsweise SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi (ZG) und die Obwalder Nationalrätin Monika Rüegger noch nicht explizit.

Grüter, Dettling, Martullo-Blocher sagen ab

Absagen kamen demgegenüber bereits am Freitagnachmittag vom Luzerner Nationalrat Franz Grüter und vom Schwyzer Nationalrat Marcel Dettling. Er suche das Amt nicht, sagte Grüter. Und Dettling sagte, er habe seinen Auftrag als Wahlkampfleiter der SVP.

Auch Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher (GR), Vizepräsidentin der SVP und Tochter des ehemaligen Bundesrats Christoph Blocher, liess ausrichten, sie stehe für eine Kandidatur nicht zur Verfügung

Die Kantonalsektionen können bis am 21. Oktober Bewerbungen einreichen. Die Nomination der SVP-Bundesratskandidierenden erfolgt voraussichtlich an der Fraktionssitzung am 18. November. Die Wahl findet während der Wintersession der Räte am 7. Dezember statt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 1. Oktober 2022 16:15
aktualisiert: 1. Oktober 2022 16:15