«Peter Spuhler wird nie Bundesrat»

Linda Aeschlimann, 20. September 2017, 17:27 Uhr
Peter Spuhler bei der letztjährigen Bilanzmedienkonferenz der Stadler Rail. (Archivbild)
© KEYSTONE/Gian Ehrenzeller
Peter Spuhler, einer der erfolgreichsten Unternehmer in der Ostschweiz, gibt heute Mittwoch seinen Rücktritt als CEO bei Stadler Rail bekannt. Zurück in die Politik geht es für Spuhler nicht. Vorerst. Wieso eigentlich nicht? Hier die Erklärung.

Irgendwie passt es wie «die Faust aufs Auge»: Während in Bern die Bundesratswahlen eröffnet werden, flattert eine Mitteilung von Stadler Rail in die E-Mail-Posteingänge der Medienhäuser. «Peter Spuhler übergibt die Funktion des Group CEO an Thomas Ahlburg», heisst es in der Betreffzeile.

Purer Zufall

Peter Spuhler, genau der Mann, welchen viele Leute vor Jahren gerne als Bundesrat gesehen hätten. Nun gut. Jetzt, wo er sein CEO-Amt abgibt, hätte er doch Zeit für grosse Politik. «Nein! Bundesrat war und ist nie ein Thema. Ich bin kein Exekutiv-Politiker.»

Dass die Medienmitteilung just am Tag der Bundesratsersatzwahl verschickt wurde, sei Zufall. «Dieser Prozess hat vor zwei, drei Jahren begonnen. Der Generationenwechsel und alles war gefixt, bevor Bundesrat Didier Burkhalter seinen Rücktritt bekannt gab», so Spuhler.

Generationenwechsel

Der 58-Jährige trifft bei Stadler Rail weiter die wichtigen Entscheidungsfragen. Als Verwaltungsratspräsident und Hauptaktionär möchte sich Spuhler auf die strategischen Entscheide und die Kundenpflege konzentrieren.

Player spielt im Picture-in-Picture Modus

In 15 Monaten wird Peter Spuhler 60 Jahre alt. «Ich glaube, irgendwann muss man sich mit dem Gedanken ‹Generationenwechsel in der Führung› auseinandersetzen. Ich glaube, es ist jetzt der richtige Moment, dies zu tun.»

Abschied fällt nicht leid

Dass der erfolgreiche Thurgauer Unternehmer dem Tagesgeschäft «Tschüss» sagt, ist zwar lange geplant gewesen. Trotzdem sei loszulassen nicht ganz einfach: «Es ist natürlich schon mein Baby.»

Peter Spuhler hatte im Jahr 1989 mit 18 Mitarbeitern angefangen und Stadler Rail für rund 4,5 Millionen Schweizer Franken gekauft. Heute zählt das Thurgauer Unternehmen 7000 Mitarbeiter und macht einen jährlichen Umsatz von über 2,5 Milliarden Schweizer Franken. «Es ist wichtig, dass man sich der Verantwortung bewusst ist, dass man nicht einfach irgendwann davonlaufen kann», so der abtrettende CEO. Deshalb sei es Zeit für den Generationenwechsel.

Grosse Fussstapfen

Im Tagesgeschäft von Stadler Rail hat ab 2018 Thomas Ahlburg das Sagen. Vom jetzigen Chef Spuhler erntet dieser nur Lorbeeren: «Thomas Ahlburg führt das grösste Werk in Bussnang hervorragend. Sowohl unternehmerisch, führungsmässig und menschlich.» Man habe sich in den letzten Jahren kennen und schätzen gelernt. Peter Spuhler ist überzeugt, dass Ahlburg der richtige Mann ist.

Der langjährige Stellvertreter und zukünftige CEO freut sich auf die Herausforderung. Ist sich gleichzeitig aber bewusst, dass er in grosse Fusstapfen tritt. «Glücklicherweise baue ich auf eine bewährte Mannschaft auf», so Thomas Ahlburg.

Linda Aeschlimann
veröffentlicht: 20. September 2017 16:55
aktualisiert: 20. September 2017 17:27