Littenheid

Satanistische Verschwörungstheorien: Psychiatrische Klinik stellt Oberarzt frei

· Online seit 17.12.2021, 09:28 Uhr
In der Schweiz sind einige Personen davon überzeugt, dass es geheime Kreise gibt, die brutale satanistische Rituale abhalten. In einem SRF-Dokfilm erzählte ein Oberarzt der Psychiatrischen Klinik Littenheid von seinen Überzeugungen. Nun wurde der Arzt von seinem Arbeitgeber freigestellt.
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Er glaube daran, dass satanistische Untergrundorganisationen rituelle Gräueltaten an Kindern vollziehen, sagt Matthias Kollmann, Oberarzt der Psychiatrischen Klinik Littenheid, im SRF-Dok-Film. «Das, was wir aus dem dritten Reich als Foltermethoden in den Konzentrationslagern kannten, wird alles dort angewendet. Wie eine Parallelwelt, die sich extrem gut zu schützen weiss.»

Klinik hat interne Abklärungen eingeleitet

Eine Sprecherin der Klinik Littenheid sagt gegenüber «20 Minuten», dass man sich in aller Form von den persönlichen Aussagen des Oberarztes distanziere. «Wir nehmen dies sehr ernst und haben umgehend interne Abklärungen eingeleitet.» Matthias Kollmann sei während dieser Zeit freigestellt worden.

Auch der Kanton Thurgau reagiert auf die Aussagen von Kollmann. Gegenüber dem «St.Galler Tagblatt» sagt Karin Frischknecht, Amtschefin Gesundheit: «Der Kanton war sehr überrascht über die Aussagen, die gemacht worden sind. Diese haben wir bis anhin noch nie so gehört. Der Kanton Thurgau wird umgehend eine Untersuchung einleiten und Dr. Kollmann bitten, seine Aussagen zu dokumentieren. Ausserdem werde auch die betroffene Klinik ‹Clienia Littenheid› zu einer Stellungnahme aufgefordert.»

Glaube in unterschiedlichen Gesellschaftsschichten verbreitet

Die SRF-Dokumentation zeigt, dass Psychiater, Politiker, Lehrer und auch ein Polizist davon überzeugt sind, dass es in der Schweiz dementsprechende Zirkel gebe, welche Kinder mit satanischen Ritualen misshandeln und sogar töten. Belege dafür gibt es keine.

Auch in den USA ist dieser Glaube weit verbreitet. Dort wird dieses Phänomen «Stanic Panic» genannt. In der Schweiz gibt es mittlerweile den Verein «Care About Ritual Abuse», kurz CARA, was auf Deutsch Sorge, um rituellen Missbrauch bedeutet. Wie SRF berichtet, will dieser Verein Betroffenen helfen, welche solche Rituale erlebt und überlebt haben.

Verschwörungstheorien rund um solche satanischen Rituale hätten durch Corona in der Schweiz an Fahrt aufgenommen und zwar in allen Gesellschaftsschichten, sagt Religions- und Sektenexperte Georg Otto Schmid gegenüber SRF.

(red.)

veröffentlicht: 17. Dezember 2021 09:28
aktualisiert: 17. Dezember 2021 09:28
Quelle: FM1Today

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