Schloss Hauptwil muss schliessen

Lara Abderhalden, 8. November 2016, 18:29 Uhr
Das Schloss Hauptwil schliesst im Juni 2017 seine Tore.
Das Schloss Hauptwil schliesst im Juni 2017 seine Tore.
© Thurgauer Zeitung
Das Schloss Hauptwil im Thurgau muss dringend saniert werden. Die Zimmer und die sanitären Anlagen erfüllen nicht mehr die gesetzlichen Anforderungen an ein Pflegeheim. Die 57 Bewohner und 58 Mitarbeiter müssen im Juni nächsten Jahres die Zimmer räumen.

«Das Betreue- und Pflegeheim hat eine befristete Betriebsbewilligung», sagt Philippe Blangey, Sprecher der di Gallo Gruppe, welche das Pflegeheim im Schloss Hauptwil betreibt. Diese Bewilligung laufe am 31. Dezember dieses Jahres aus. Damit das Schloss Hauptwil dauerhaft betrieben werden könnte, müsste es im grossen Stil erneuert werden. «Da das Schloss denkmalgeschützt ist, muss es gewisse Anforderungen erfüllen.» Die sanitären Anlagen, die Zimmer sowie die Haustechnik entsprechen nicht mehr den Anforderungen.

Sanierung würde 15 Millionen kosten

Dies alles würde dazu führen, dass für die ganze Sanierung und Renovation insgesamt 15 Millionen Franken investiert werden müssten. «15 Millionen Franken kann die Schloss Hauptwil AG nicht aufbringen», so Blangey. Im Jahr mache das Schloss einen Umsatz von rund 4,4 Millionen Franken. Setzt man dies ins Verhältnis zu den Ausgaben die nötig sind, sei eine Weiterführung nicht realistisch. Leider bleibe der di Gallo Gruppe deshalb nichts anderes übrig, als den Betrieb einzustellen.

Alle Mitarbeiter und Bewohner erhalten Anschlusslösung

Dennoch sei man mit dem Kanton ins Gespräch gekommen und hat vereinbart, dass die Bewilligung befristet bis Ende Juni 2017 verlängert wird: «Dadurch können wir den Schliessungsprozess stufenweise durchführen.» Konkret heisse das, dass für alle 57 Bewohner und 58 Mitarbeiter eine Anschlusslösung gefunden werden soll. «Es ist uns ein Anliegen, dass wir für alle Mitarbeiter und Bewohner eine Alternativlösung innerhalb der di Gallo Gruppe finden können», das nächste Pflegeheim befinde sich im thurgauischen Leimbach, dieses sei nur 14 Kilometer weit entfernt. Alle Lehrlinge können die Lehre wie geplant abschliessen.

Zukunft des Schlosses ungewiss

«Der Entscheid ist uns nicht leicht gefallen», bedauert Philippe Blangey. Das Schloss sei im Thurgau ein Begriff: «Wir haben in den sieben Jahren, in denen wir das Schloss betrieben haben, sehr viel erreicht und darauf sind wir stolz.» Nun sei die di Gallo Gruppe aber an einem Punkt angelangt, in dem die Grössenordnungen die Möglichkeiten übersteigen.

Was mit dem Schloss Hauptwil passiert, ist noch völlig unklar. «Das Schloss ist in privatem Besitz. Wir versuchen natürlich die bestmöglichste Lösung zu finden, bis jetzt ist die Zukunft jedoch noch unklar», sagt der Hauptwiler Gemeindepräsident Matthias Gehring.

Lara Abderhalden
Quelle: abl
veröffentlicht: 8. November 2016 15:08
aktualisiert: 8. November 2016 18:29