So wohnen Thurgauerinnen und Thurgauer

Noémie Bont, 12. August 2019, 12:58 Uhr
Fast die Hälfte der Thurgauerinnen und Thurgauer kauft sich eine Wohnung oder ein Haus. (Symbolbild)
Fast die Hälfte der Thurgauerinnen und Thurgauer kauft sich eine Wohnung oder ein Haus. (Symbolbild)
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Aktuell wohnt fast die Hälfte aller Thurgauer Haushalte in den eigenen vier Wänden. Die Wohneigentumsquote im Thurgau ist seit einigen Jahren relativ hoch. Der Wohntrend zeigt, die Thurgauerinnen und Thurgauer leben aber auf immer kleinerem Raum.

Exakt 47 Prozent der Thurgauer Haushalte leben in einem Eigenheim. Davon der grösste Teil in einem Haus, zehn Prozent sind Stockwerkeigentümer. Das zeigt die neuste Statistik des Kantons Thurgau.

Münchwilen hat die meisten Eigentümer

Vergleicht man den Kanton schweizweit, gibt es im Thurgau relativ viele Eigentümer. «Es ist ein ländlicher Kanton und da sind die Wohneigentumsquoten generell höher», erklärt Ulrike Baldenweg vom Thurgauer Statistikamt den vielen Wohnflächenbesitz. Innerhalb des Kantons zeigt sich, dass die eher ländliche Region mit dem Bezirk Münchwilen am meisten Eigenheime aufweist. Am tiefsten ist die Zahl in den Bezirken Kreuzlingen mit 43 Prozent und Arbon mit 42 Prozent.

Dass ländliche Regionen mehr Gebäude- oder Wohnungsbestand besitzen, zeigen auch die Quoten aus anderen Kantonen:

Stand 2017:

Appenzell Innerrhoden: 55.1 %
Appenzell Ausserrhoden: 51.8 %
Graubünden: 46.1 %
St.Gallen: 42.6 %

Zürich: 29.1 %

Immer mehr kaufen eine Stockwerkwohnung

«Immer mehr Thurgauer leisten sich eine Stockwerkwohnung», sagt Baldenweg. So lebten vor 30 Jahren knapp 2000 Haushalte in einer Stockwerkeigentumswohnung. Seither hat sich die Zahl versechsfacht auf aktuell rund 12'000 Haushalte. Die Statistik zeigt, dass sich vor allem Schweizer, Familien und Senioren ein Eigenheim leisten.

Trend zu kleineren Wohnungen

Kleine Haushalte überwiegen: Bis vor wenigen Jahren war die durchschnittliche Wohnungsgrösse stetig gestiegen. Inzwischen ist wieder ein Trend hin zu kleineren Wohnungen zu beobachten. Eine heute gebaute Wohnung hat im Schnitt 115 Quadratmeter Wohnfläche, bei den in den Jahren 2001 bis 2010 entstandenen Wohnungen waren es 150 Quadratmeter. Im Schnitt lebt jede Thurgauerin und jeder Thurgauer auf rund 50 Quadratmetern Wohnfläche. Das ist etwas kleiner als ein durchschnittliches Klassenzimmer.

«Es könnte mit dem verdichteten Bauen zusammenhängen oder dass vermehrt weniger Leute zusammen in einem Haushalt leben als früher», sagt Ulrike Baldenweg. Die Statistik zeigt, dass durchschnittlich 2,3 Personen in einem Haushalt leben.

Günstige Mieten in Bischofszell und Arbon

Die andere Hälfte der Thurgauer Haushalte sind Mieter. Sie bezahlen im Moment im Durchschnitt 1213 Franken Monatsmiete (Netto-Mietzins). Für eine Vierzimmerwohnung – der im Thurgau am häufigsten vorkommenden Wohnungsgrösse – liegt der monatliche Mietpreis im Mittel bei 1337 Franken. Nach dem Anstieg in den 2000er-Jahren sind die Mieten in den vergangenen Jahren im Kantonsschnitt kaum mehr gestiegen.

In den zehn grössten Thurgauer Gemeinden unterscheiden sich die monatlichen Mietpreise zum Teil beträchtlich. In Bischofszell und Arbon gibt man für eine Vierzimmerwohnung im Mittel weniger als 1200 Franken Miete im Monat aus, deutlich weniger als etwa in Aadorf, Kreuzlingen oder Frauenfeld. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass sowohl in Bischofszell als auch in Arbon der Anteil an Neubauten vergleichsweise niedrig ist.

Noémie Bont
Quelle: bon
veröffentlicht: 12. August 2019 12:33
aktualisiert: 12. August 2019 12:58