Frauenfeld

Strafvollzug – Kanton Thurgau plant mehr Gefängniszellen

10. November 2022, 19:20 Uhr
Neubau und Erweiterung des Kantonalgefängnisses und Kantonspolizeigebäudes – das steht beim Kanton Thurgau in Planung. Die Bauten genügen den aktuellen und zukünftigen Raumbedürfnissen nicht mehr und sind demnach sanierungsbedürftig.

Quelle: TVO

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Der Thurgauer Regierungsrat hat das Wettbewerbsprogramm für einen Studienauftrag zum Neubau des Kantonalgefängnisses sowie zur Erweiterung und Sanierung der Polizeigebäude in Frauenfeld genehmigt, wie der Kanton am Donnerstag mitteilte.

120 mehr Haftplätze

Im Thurgau stehen heute 67 Haftplätze zur Verfügung – 56 Plätze im Kantonalgefängnis Frauenfeld und im regionalen Untersuchungsgefängnis Kreuzlingen nochmals elf Plätze. «Das sind einfach zu wenig Plätze für den Kanton», sagt Silvio Stierli, Leiter Amt für Justizvollzug Thurgau, gegenüber TVO. Oftmals müsse ein Überbelebungskonzept angewendet werden. Das Kantonalgefängnis soll daher auf 120 Haftplätze ausgebaut werden.

Bei der Kantonspolizei haben die Reorganisation und die durch den Grossen Rat bewilligte Personalaufstockung zu einem höheren Raumbedarf geführt. Zudem muss die technisch in die Jahre gekommene kantonale Notrufzentrale (KNZ) von Grund auf neu konzipiert und erweitert werden.

Areal optimal nutzen

Um zu klären, wie das bestehende Areal optimal genutzt werden kann, findet im nächsten Schritt ein Varianzverfahren statt, wie es weiter heisst. Über einen Wettbewerb werden Planungsteams gesucht, die Vorschläge erarbeiten, welche die Bedürfnisse der Betriebe mit den Anforderungen an Städtebau und Architektur vereinen. Dabei wird Wert auf nachhaltige und wirtschaftliche Lösungen gelegt.

Die Beurteilung der Arbeiten ist bis Ende 2023 vorgesehen. Die Gewinner werden anschliessend das konkrete Projekt mit Kostenvoranschlag erarbeiten, wie der Kanton weiter mitteilt. Voraussichtlich 2026 wird das Vorhaben dem Grossen Rat unterbreitet. Das ganze Bauprojekt werde wohl um die 240 Millionen Franken kosten.

Wenn alles nach Plan verläuft wird das Gefängnis im Jahr 2032 und das Kantonspolizeigebäude zwei Jahre später in Betrieb genommen. Das Regionalgefängnis in Kreuzlingen ist dann geschlossen.

(kop/sda)

Quelle: sda
veröffentlicht: 10. November 2022 19:22
aktualisiert: 10. November 2022 19:22