Streit beim Grillieren: Zwei Thurgauer verurteilt

Laurien Gschwend, 21. Dezember 2018, 18:09 Uhr
Beim Grillieren von Kindergeschrei gestört zu werden, fand ein Thurgauer Polizist nicht lustig. (Symbolbild)
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Aufgrund eines Spielballs und Kindergeschrei eskalierte im Thurgau ein Streit zwischen einem grillierenden Polizisten und seinem Nachbarn. Beide Beteiligten wurden nun am Arboner Bezirksgericht verurteilt.

Feierabend im Frühling – ein Thurgauer Polizist ist gerade dabei, Pouletschenkel zu grillieren. Doch Kindergekreische aus dem Nachbargarten trübt die Idylle. Der Beamte kann sich kaum noch mit seiner Frau unterhalten, wie er von tagblatt.ch zitiert wird. Als plötzlich ein Spielball über die Hecke geflogen kommt, verliert er jegliche Geduld und bezeichnet seinen Nachbarn als «Arschloch». Der Streit eskaliert, die beiden Männer rempeln sich an. Mit der Grillzange versetzt der Polizist seinem 44-jährigen Nachbarn laut Protokoll zwei Millimeter tiefe Stichverletzungen.

«Er ist mir direkt in die Gabel gelaufen»

Wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Beschimpfung stand der Polizist letzte Woche vor dem Bezirksgericht Arbon. Zuvor lief über zwei Jahre ein Disziplinarverfahren gegen den Thurgauer. «Er ist mir direkt in die Gabel gelaufen», verteidigte sich der Beschuldigte gemäss tagblatt.ch vor Gericht.

Der Nachbar, der vom Polizisten wegen Beschimpfung, Bedrohung und Hausfriedensbruchs angezeigt worden war, zeigte sich reuig. Er werde künftig keine Konfrontation mehr suchen, wenn ihm jemand als «Arschloch» betitle.

Geldstrafen für beide

Das Bezirksgericht verurteilte gleich beide Streithähne, sprach den Polizisten jedoch vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung frei. Der Polizist muss eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 160 Franken sowie eine Busse von 900 Franken bezahlen – der Nachbarn wegen seiner Einsicht nur 20 Tagessätze à 160 Franken und eine Busse von 600 Franken. Die Untersuchungskosten werden auf die beiden Männer aufgeteilt.

Was der Richter zum wegen eines Spielballs ausgelösten Verfahren sagte, liest du auf tagblatt.ch.

Laurien Gschwend
Quelle: lag
veröffentlicht: 21. Dezember 2018 18:08
aktualisiert: 21. Dezember 2018 18:09