Welthit

Thurgauer Ententanz-Erfinder wird 90

Rahel Röthlin, 10. September 2019, 14:01 Uhr
Der Erfinder des Ententanzes in seinem Element.
© zVg
Jung und Alt können den Ententanz mitsingen und tanzen. Heute wird sein Erfinder, der Thurgauer Werner Thomas, 90 Jahre alt. Stolz erzählt er FM1Today von seinem Welthit und kündigt gleich noch eine neue CD an.

Ob im Klassenlager, am Geburtstag der Grossmutter oder an der Olma. Der legendäre Ententanz prägte Generationen - und das weltweit. Der Hit garantiert gute Stimmung und jeder kann die vier wiederkehrenden Bewegungen nachahmen: Erst formen sich die Hände zu einem Entenschnabel, dann macht man mit angewinkelten Ellbogen den Flügelschlag, wackelt mit dem Hintern und klatscht noch in die Hände.

Ein Thurgauer Lied geht um die Welt

Weit weniger bekannt ist der Künstler hinter der Melodie: Der Thurgauer Werner Thomas. Vor über 60 Jahren komponierte er das legendäre «Taba-däbä-däbä-ram, taba-täbä-däbä-ram, taba-däbä-däbä-ram, qua-qua-qua-quaaa». Das Lied verkaufte sich bisher in 370 Versionen in 42 Ländern über 45 Millionen Mal.

Jahrhundertwerk

Heute wohnt Werner Thomas in Locarno, direkt am Lago Maggiore, in einer Altersresidenz. Als ihn FM1Today anruft, ist er gerade im Schuss: «Ich bekomme in wenigen Minuten Besuch. Was wollen Sie genau?» Als wir ihn auf seinen Ententanz ansprechen, kommt der 90-Jährige in Plauderlaune.

Von Enten und Skifahrern

Die Melodie komponierte Werner Thomas schon in den 50er-Jahren. Inspiration für den Tanz waren etwas später seine eigenen Enten: «Als ich eines Abends die Enten fütterte, kamen diese laut angeflattert. Da dachte ich: Diese Bewegung passt zur Melodie!» Fertig war der Tanz jedoch noch nicht. Bei einem Auftritt in den Bergen hatte er die zweite Erleuchtung: «Beim Beobachten der Skifahrer auf der Piste fiel mir auf, dass diese immer so wedeln mit dem Füdli. Wie die Enten! Doch anstatt nur hin und her, gingen sie auch noch in die Knie.» Es war diese simple Bewegungsabfolge, welche das Lied so populär machte.

Ewig quakt der Ohrwurm

Obwohl Werner Thomas den Ententanz schon unzählige Male gespielt und gehört hat, ist er ihm immer noch nicht «verleidet». Im Gegenteil: «Ich finde es super, wenn die Leute den Tanz und die Melodie auch heute noch zelebrieren. Es bereitet mir grosse Freude.» Auch, wenn er selbst nicht mehr mittanzen kann. «Ich gehe leider nur noch am Rollator.»

Im Aufnahmestudio: Werner Thomas mit Produzent und Ton-Ingenieur.

© zVg

Neuer Hit im Anflug? 

Doch müde ist der Thurgauer noch lange nicht. Pünktlich zu seinem heutigen 90. Geburtstag erscheint eine neue CD mit dem Titel «Arrivederci». «Es ist ein Mix aus alten Liedern und neu arrangierten Songs.» Ob nochmals ein Lied mit Hitpotenzial dabei ist, wisse er nicht. «Ich bin mir im Klaren, dass zwischen mir und heute vier Generationen liegen. Der Musikgeschmack hat sich geändert.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 10. September 2019 10:10
aktualisiert: 10. September 2019 14:01